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Lehrerausbildung in Bimbilla / Ghana (MP 1506)

Die Studierenden informieren sich über den neuen Lehrplan.

Bei der Entwicklung eines Landes spielen gute Lehrerinnen und Lehrer eine besondere Rolle. Daher unterhält die Evangelical Presbyterian Church, Ghana auch Lehrerausbildungsstätten.

„Bei uns in Bimbilla bilden wir Lehrerinnen und Lehrer für die Grundschule und die Sekundarstufen aus“, erläutert John Gobka, Stellvertretender Direktor des dortigen College. „Und das auf einem hohen Niveau, das sich in den letzten Jahren sogar noch gesteigert hat.“ Die Studierenden können im E.P.Church Teachers Training College verschiedene Abschlüsse machen, auch ein Diplom. Der Stundenplan der Ausbildungsstätte umfasst zusätzlich zu den klassischen Fächern, die Studierende für das Lehramt benötigen, weitere Kurse. Dazu gehören vor allem die lokalen afrikanischen Sprachen, Landwirtschaft, Computer-Kenntnisse sowie Musik und Tanz. Auch die Beschäftigung mit HIV/Aids ist Teil des Curriculums.

„Außerdem ist für uns Religion wichtig“, erzählt David Bindati, der Schulpastor. „Zum einen gehört auch dieser Bereich zum Unterricht. Dann biete ich jeden Morgen eine Andacht und jeden Sonntag einen Gottesdienst an. Und schließlich stehe ich allen Studierenden auch als Seelsorger zur Verfügung.“ Das Besondere in Bimbilla ist die Zusammensetzung der Studentenschaft in Bezug auf ihre Religion. Die meisten sind Christen und Muslime, und alle leben ausgesprochen friedlich miteinander. 95 Prozent der muslimischen Studierenden nehmen sogar am sonntäglichen Gottesdienst teil. „Umgekehrt werden Christen zu islamischen Feierlichkeiten eingeladen“, so Bindati. „Wir haben im College auch einen Platz, der den Muslimen für ihre Gebete zur Verfügung steht. Das ist für uns selbstverständlich. Wir diskutieren viel miteinander über unseren Glauben, tauschen uns aus, lernen voneinander. Dabei hat sich gezeigt, dass der islamische Fundamentalismus von unseren Studentinnen und Studenten klar abgelehnt wird.“

Die Zahl der Studierenden steigt in Bimbilla stetig, zur Zeit sind es 990. Alle leben im Internat des College. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die Räumlichkeiten ausgebaut werden müssten. „Wir freuen uns über die erhöhten Zahlen“, meint John Gobka. „Aber so allmählich stoßen wir wirklich an unsere räumlichen Grenzen. Wir brauchen mehr Klassenräume und vor allen Dingen mehr Schlafsäle, besonders für die jungen Frauen.“ „Wir benötigen auch mehr Bibeln“, ergänzt der Schulpastor. „Und mein Traum wäre natürlich eine eigene kleine Kirche für das College. Bisher halten wir die Gottesdienste im Schulgebäude ab.“

Die Ausbildung in Bimbilla ist nicht billig. Pro Jahr kostet der Schulbesuch mit Unterkunft umgerechnet 750 Euro, dazu kommen 300 Euro für die Mahlzeiten. Allerdings bietet das College den Studierenden günstige Kredite an, so dass niemand aus finanziellen Gründen auf das Studium verzichten muss. „Wir müssen diese Gebühren nehmen, um entsprechende Lehrkräfte zu bekommen und das hohe Niveau zu halten“, erläutert der Stellvertretende Direktor. „Aber die Studentinnen und Studenten profitieren ja von diesem Standard und kommen gern zu uns. Wir sind auch bekannt, weil wir bei den sportlichen Wettkämpfen, die unter den Colleges in Ghana alle zwei Jahre ausgetragen werden, gut abschneiden. Und weil wir einen tollen Chor haben. Bedauerlicherweise sind wir nur im Süden des Landes bisher noch nicht so wahrgenommen worden. Bei der nächsten E.P.Church-Pastorenkonferenz werde ich aber mal für unsere Einrichtung ausdrücklich werben.

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