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Ländliche Entwicklung in Nord-Ghana (MP 1111)

Im Norden Ghanas ist die Armut der Menschen überall zu sehen.

Die Bauern und Bäuerinnen in Afrika müssen ihre Landwirtschaftsmethoden zunehmend umstellen, um sie der Natur anzupassen und sich ernähren zu können. In Ghana hilft ihnen dabei seit einigen Jahren die Evangelical Presbyterian Church.

„Hier im Norden des Landes leben die meisten Menschen von der Landwirtschaft", erklärt Jonas Dzodzodzi. „Ihr Wohl und Wehe steht und fällt mit den Ernteerträgen. Deshalb ist die landwirtschaftliche Beratung auch ein Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit in dieser Region geworden. So sind wir nah dran an den Menschen und können ihnen zur Seite stehen."

Jonas Dzodzodzi hat Agrarwissenschaften studiert und ist seit einigen Jahren Koordinator des landwirtschaftlichen Entwicklungsprogramms der E.P.Church in Nord-Ghana. Er erzählt von den unterschiedlichen Ansätzen, die die Arbeit geprägt haben. Anfänglich war der ghanaische Christenrat für das Programm verantwortlich. Das Ziel war vor allem die Steigerung der Ernteerträge, und so verteilte man Pflüge und Dünger unter den Bauern. Nach einer gemeinsamen Auswertung stellten alle Beteiligten fest, dass viele Dinge fehlten. Deshalb sollte es in Zukunft auch um die Beratung in Hygiene- und Ernährungsfragen gehen, um umweltfreundliche Techniken, die den Boden schonen und Wasser sparen, und um Aufforstung.

„So hat 2002 die Evangelische Kirche das Landwirtschaftsprogramm übernommen", erzählt Jonas Dzodzodzi. „Wir wollten die Ziele der Agenda 21 mit einbringen und hatten gut ausgebildete Leute. So haben wir dafür gesorgt, dass die sanitären Bedingungen in den Dörfern besser wurden. Wir haben Freiwillige trainiert, die bei Buschfeuern schnell zur Stelle waren, um sie einzudämmen und zu löschen. Und wir haben im Zuge der Ernährungsberatung den Anbau von Soja und Moringa eingeführt. Moringa-Pflanzen sind kleine Bäume, die man vielfach nutzen kann. Aus den Samen wird Öl oder Seife hergestellt, die Wurzeln werden als Gemüse gegessen."

Heute hat sich die Arbeitsstruktur wieder etwas verändert. Jeweils fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den drei Stationen Yendi, Saboba und Chereponi tätig. Sie unterstützen die Gründung von Farmer-Gruppen. Diese bestehen immer aus etwa 15 Personen und sowohl Männern als auch Frauen. Sie bauen meist Soja, Erdnüsse und Sorghum, eine Hirse-Art, an und liefern ihre Erträge gemeinsam in die Städte Kumasi und Techiman. Die Sojabohnen bleiben in der Region und werden zum Teil in Tamale zu Öl und Hühnerfutter verarbeitet. „Die Gründung dieser Gruppen ist genau richtig", meint der Landwirtschaftskoordinator. „Ihre Anzahl ist in den drei Orten jeweils von insgesamt 57 im Jahr 2005 auf 168 in 2009 gestiegen. Wir Mitarbeiter haben uns fortgebildet, um den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen zu sein und die Gruppen entsprechend beraten zu können. Und die Bauern merken, dass wir ihnen wirklich helfen können."

Trotzdem gibt es noch einiges zu tun für Jonas Dzodzodzi und seine Kollegen. Zunehmend kommt es zu deutlich heftigeren Regenfällen oder größeren Dürren als gewohnt. Dann benötigen die Menschen auf dem Land Fachleute, die eine Strategie entwickeln können, um einer drohenden Nahrungsknappheit zu begegnen.

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