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Klimabündnis in Ghana: MP 1702

Auch die Schülerinnen und Schüler der muslimischen Schule machen begeistert mit.

Im globalen Süden macht sich der Klimawandel schon sehr deutlich negativ bemerkbar. Kirchen und muslimische Verbände engagieren sich, um dem etwas entgegenzusetzen.

Vor einigen Jahren wurde auf Initiative der Evangelischen Kirche von Ghana  RELBONET – Religious Bodies Network on Climate Change, also das „Netzwerk religiöser Einrichtungen zum Klimawandel“ gegründet. Mitglieder sind unter anderem die E.P.Church, die Lutherische und Katholische Kirche, die Vereinigungskirche Gottes und Pfingstkirchen, aber auch das Büro des Nationalen Imams und die Ahmaddiya-Bewegung. Das Büro des Netzwerks ist bei der E.P.Church in Ho angesiedelt.

„Das ist unsere Stärke“, meint Charles Agboklu, der Leiter des Büros. „Dass wir christliche und muslimische Mitglieder haben. Wenn wir mit einer Stimme sprechen, hat das wirklich Gewicht.“ Mittlerweile habe sich die Arbeit deutlich konsolidiert, meint der 62jährige. Viele Mitglieder der Trägerorganisationen von RELBONET haben sich fortgebildet und an Workshops teilgenommen. Referenten von RELBONET werden von Universitäten und internationalen Nicht-Regierungsorganisationen eingeladen. Selbst die ghanaische Regierung bezieht das Netzwerk bei Konsultationen mit ein. „Nicht zu unterschätzen ist auch das Vertrauen untereinander, das entsteht, wenn man zusammen arbeitet“, erzählt Agboklu. „Wenn zum Beispiel Pastoren, Pastorinnen und Imame gemeinsam am Seminar ‚Gender und Klimawandel’ teilnehmen, dann lernen sie sich gegenseitig gut kennen. Das wirkt sich dann auch anderweitig positiv aus.“

Verstärkt werden soll in nächster Zeit die Information über staatliche Regelungen, die die Umwelt betreffen. Der Leiter des RELBONET-Büros erzählt ein Beispiel: „Die ghanaische Regierung hat vorgegeben, dass bis 2020 zehn Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen soll. Aber das wissen die wenigsten. Wir geben die Informationen über unsere Mitglieder weiter, damit private Unternehmer in Solaranlagen investieren, die gefördert werden.“

Ein wichtiges Projekt von RELBONET sind die Eco-Clubs – Schüler-Clubs, die sich für die Umwelt einsetzen. An 16 E.P.Church-Schulen gibt es sie mittlerweile. 17 weitere sind in städtischen Schulen in und um Ho herum entstanden. Die Kinder und Jugendlichen haben eine Fläche von vier Hektar wiederaufgeforstet. Darüber hinaus haben viele von ihnen die Ausbildung zu „Fire Volunteers“ gemacht, das heißt, sie lernen, was zu tun ist, um Buschbrände möglichst zu verhindern und im Ernstfall schnell zu löschen. Außerdem ist geplant, 30.000 Bäume an Flussufern zu pflanzen.

„RELBONET wird von der E.P.Church und der Norddeutschen Mission finanziell unterstützt“, berichtet Charles Agboklu. „Aber wir bekommen auch Zuschüsse vom Bremer Senat, von der Church of Scotland und aus den USA.“ Alle Projektgelder werden von EPDRA, der Entwicklungsabteilung der E.P.Church, verwaltet und kontrolliert. Agboklu selbst bekommt nur 400 Cedis (knapp 100 Euro) im Monat als Aufwandsentschädigung. Ansonsten lebt er von seinem Buch- und Schreibwarenladen.

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