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Kleinkredit-Programm / Ghana (MP 1606)

Happy Issaka (rechts), die Leiterin des Kredit-Programms in Hohoe, und Elisabeth Boateng (Mitte) sind mittlerweile Freundinnen geworden.

Mikrokredite werden überall in der Welt in der Entwicklungsarbeit erfolgreich eingesetzt. Auch die Evangelical Presbyterian Church in Ghana betreibt ein entsprechendes Programm.

Die Eltern von Happy Issaka haben den Vornamen für ihre Tochter offensichtlich sehr gut ausgesucht: Die junge Frau strahlt über das ganze Gesicht, als sie von ihrem Motorrad steigt. „Ich habe ja auch eine interessante und wichtige Arbeit“, sagt sie. „Daher bin ich eigentlich immer gut gelaunt.“

Happy Issaka ist Mitarbeiterin von EPDRA, der Entwicklungsabteilung der E.P.Church. Sie ist in Hohoe und Umgebung gemeinsam mit vier Kolleginnen und Kollegen für das Kleinkredit-Programm zuständig. „Ich bin jeden Tag zu Fuß oder mit dem Motorrad in der Stadt unterwegs, um Geld einzusammeln“, erzählt sie. Die Mitglieder des Programms zahlen jeden Tag einen kleinen Betrag ein, die meisten 1 bis 3 Cedis (26 bis 79 Cents). Auf einer Karte werden die Beträge festgehalten. Am Ende des Monats können die Mitglieder über ihren angesparten Betrag und – wenn sie möchten – über einen Kleinkredit verfügen. „Maximal kann man einen Kredit über 500 Cedis, also etwa 130 Euro, für längstens drei Monate beantragen“, erklärt Happy Issaka. „Das gilt für diejenigen, die ein kleines Geschäft aufmachen wollen, einen Kleiderverkauf, Lebensmittelstand oder Imbiss. Und das ist auch bei weitem die größte Gruppe.“ Bei anderen Antragstellern, die aus dem Bereich Landwirtschaft kommen, gibt es längere Laufzeiten. Der Zinssatz variiert und liegt deutlich unter dem der Banken.

„Wir übernehmen einerseits einen Service für die Menschen“, erläutert die EPDRA-Mitarbeiterin. „Wir sammeln das Geld und bringen es zur Bank. Für den einzelnen wäre das sehr umständlich. Andererseits würden die wenigsten unserer Kunden überhaupt einen Kredit von der Bank bekommen. Dort muss man hohe Sicherheiten vorlegen können. Außerdem sind die Laufzeiten viel länger, auch wenn man das gar nicht will, und es fallen hohe Gebühren und Zinsen von über 30 Prozent im Jahr an.“ Schließlich bietet EPDRA allen Antragstellern eine Fortbildung an, bei der sie lernen können, wie man ein Geschäft aufbaut und eine Buchhaltung führt.

„Und es funktioniert!“ Happy Issaka strahlt wieder. „Wir haben zurzeit 477 Kunden, davon 186 Kreditnehmer, die insgesamt eine Summe von etwa 20.000 Euro bekommen haben. 90 Prozent sind Frauen - bei denen ist die Rückzahlungsrate immer enorm hoch.“ Und dann erzählt sie noch die Geschichte von Elisabeth Boateng. Die alleinstehende Reishändlerin suchte sehr lange vergeblich nach Kreditgebern. EPDRA nahm sie schließlich in das Mikrokredit-Programm auf. Nach kurzer Zeit konnte sie das geliehene Geld zurückzahlen und ist heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die ihre Ware nicht mehr auf der Straße verkauft, sondern ihren eigenen Laden in einem umgebauten Container hat.

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