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Gesundheitsstation in Ho / Ghana: MP 1912

Adzaklo Tsatsu (links) ist der Leiter der Gesundheitsstation.

Gesundheitsstationen gibt es nicht nur auf dem Land. Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana betreibt auch eine sogenannte Klinik in der Stadt Ho, die medizinische Behandlung und Vorsorge verzahnt.

Klinik heißt eine Gesundheitsstation in Ghana, in der medizinisches Personal, aber keine Ärzte arbeiten. „Auf dem Land ist dieses Modell sowieso die einzige Möglichkeit, sich behandeln zu lassen“, meint Adzaklo Tsatsu. „Aber selbst in Städten, in denen es auch ein Krankenhaus gibt, kommen die Patientinnen und Patienten gern zur Gesundheitsstation. Da muss man nicht so lange warten und gleichzeitig ist die Behandlung persönlicher. Und wenn es sich um eine schwerwiegende Krankheit handelt, kann man schnell ins Krankenhaus überwiesen werden.“

Tsatsu ist der verantwortliche Krankenpfleger der Gesundheitsstation in Ho. Das Team besteht aus acht Mitarbeitenden: Fünf von ihnen sind Krankenschwestern oder – pfleger, zum Teil mit sozial-psychiatrischer Zusatzausbildung. Zusätzlich haben drei Mitarbeitende ihre Basis in der Klinik, sind aber in den Stadtvierteln von Ho unterwegs, um die Bevölkerung direkt in den Häusern aufzusuchen. Sie behandeln kleinere gesundheitliche Probleme vor Ort und informieren über Hygiene, gesunde Ernährung und Impfungen. Den Schwerpunkt bildet ein Mutter-Kind-Programm, das auch Empfängnisverhütung umfasst.

„Früher sind nicht so viele Menschen gekommen, um sich behandeln zu lassen“, erzählt Adzaklo Tsatsu. „Es gab noch keine Krankenversicherung, und man wollte Geld sparen. Viele haben den Besuch hinausgezögert in der Hoffnung, dass die Beschwerden von allein verschwinden. Oder sie sind zu traditionellen Heilern gegangen. Wir können an unseren Patientenzahlen genau sehen, wann die Krankenversicherung in Ghana eingeführt wurde. Seitdem haben sich die Zahlen verdoppelt.“ Die Patienten kommen in die Station mit Malaria, Diabetes, Bluthochdruck und starkem Husten, verursacht durch den Harmattan – ein Wind, der in der Trockenzeit Staub aus der Sahara mit sich führt. Außerdem müssen immer mehr Unfallopfer behandelt werden. Während die Zahlen der Haushaltsunfälle in etwa gleichbleiben, steigt die Anzahl der Verletzten im Straßenverkehr. Es gibt auch in Ho immer mehr Autos und vor allem Motorräder.

Die meisten Menschen profitieren inzwischen von der staatlichen Krankenversicherung, aber es gibt auch Probleme. „Manche sind immer noch Selbstzahler“, erläutert Tsatsu. „Sie müssen für die Behandlung allein aufkommen. Aber die Gebühren sind gestiegen. Besonders merken wir das bei der Behandlung von Malaria. Wegen der Versicherung und weil die Behandlung besser geworden ist, ist sie jetzt teurer. Das können Arme nicht zahlen.“ Die E.P.Church-Klinik kommt diesen Patienten sehr entgegen: Die Behandlung ist dann gratis, und die notwendigen Medikamente werden zum Einkaufspreis abgegeben. „Das ist richtig für eine christliche Klinik“, ist der Krankenpfleger überzeugt. „Aber wir müssen natürlich auch auf unser Budget gucken. Wir sind sowieso schon oft in den roten Zahlen, weil die Versicherung uns die Kosten erst mit großer Verspätung erstattet. Manchmal dauert das elf Monate!“

Kasten: Seit der Einführung der Krankenversicherung haben sich die Patientenzahlen verdoppelt.BU: Adzaklo Tsatsu (links) ist der Leiter der Gesundheitsstation.

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