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Gesundheitsstation in Dambai/Ghana: MP 2008

Auch Geburten werden in der Klinik betreut.

Auf dem Land ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung schlecht. Daher unterhält die Evangelical Presbyterian Church mehrere Gesundheitsstationen.

Dambai liegt am Nordufer des Volta-Stausees. Die „Klinik“, wie in Ghana eine Gesundheitsstation ohne Arzt genannt wird, liegt etwas abseits vom belebten Marktzentrum, mit Blick auf den See. Seit vier Jahren ist Paul Ametor Leiter der Einrichtung. „Es ist gut, hier zu sein“, sagt er. „Weil wir alle täglich merken, wie wichtig unsere Arbeit ist.“ Die Klinik ist sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag geöffnet. Das geht nur mit einem Drei-Schicht-Betrieb. Entsprechend hat die Einrichtung gut 20 Mitarbeitende. „Alle arbeiten sechs Tage in der Woche und haben dann einen Tag frei“, erläutert Ametor. „Wer Nachtschicht hat, darf länger zu Hause bleiben.“

Etwa 50 Patientinnen und Patienten kommen pro Tag. Sie leiden vor allem an Malaria, Anämie und Bluthochdruck sowie an Folgen von Verkehrsunfällen. „Neben Motorrad-Fahrern, die wir behandeln müssen, gibt es noch ein neues Phänomen“, so Paul Ametor. „Unser ehemaliger Präsident heißt John Mahama. Nach ihm wurde ein dreirädriges Lastenfahrzeug mit Ladefläche benannt. Es heißt 'Mahama can do'. Das ist zwar praktisch, kippt aber leicht um. Und dann haben wir die Verletzten.“

Neben den akuten Krankheiten hat die Gesundheitsstation im Durchschnitt 20 Geburten im Monat zu verzeichnen. Außerdem gibt es ein Präventiv-Programm: Die Krankenschwestern gehen zwei Mal pro Woche in die Wohnviertel und umliegenden Dörfer, um die Bevölkerung über Hygiene, gesunde Ernährung und Familienplanung zu informieren. Mit einem Boot fahren sie auch zu zehn Kilometer entfernten Inseln im Volta-Stausee, die bewohnt sind. Schließlich werden an festen Tagen Impfungen in der Klinik durchgeführt.

Der Stationsleiter hat viele Geschichten zu erzählen. Manche gehen gut aus, andere schlecht. „Wir haben leider kein Fahrzeug, um Patienten, die einen Arzt brauchen, ins Krankenhaus nach Worawora zu bringen“, so der 32-Jährige. „Neulich war eine Hochschwangere hier, bei der es Komplikationen gab. Der Taxi-Fahrer wollte für die zweistündige Fahrt ins Hospital 250 Ghana Cedis, das sind knapp 50 Euro. Das war zu teuer für die Frau, und sie ist gestorben, bevor wir eine Lösung gefunden haben. Aber wir konnten auch schon helfen: Vor einiger Zeit wurde ein Mann bewusstlos auf der Straße gefunden. Ein Passant, im Grunde ein barmherziger Samariter, brachte ihn zu uns. Niemand konnte die Behandlung bezahlen, da sind wir eben kostenlos tätig geworden.“ Allerdings könne das nicht die Regel sein, er müsse ja auch auf sein Budget achten.

Im Alltag hat Ametor auch mit anderen Problemen zu tun. So haben mittlerweile  viele Menschen eine Krankenversicherung, was aber auch zu deutlich mehr Bürokratie führt. „Dafür brauchen wir Computer“, erläutert der Stationsleiter. „Glücklicherweise hat die Kirchenleitung uns jetzt Laptops zur Verfügung gestellt.“

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