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Frauenarbeit in Ghana: MP 2002

Mit Einkommen schaffenden Projekten, wie z.B. hier Getreidehandel, unterstützen die Frauengruppen ihre Familien.

Die meisten Kirchen haben eine Abteilung für die Arbeit mit Frauen. So auch die Evangelische Kirche in Ghana.

Beide Frauen strahlen. Man sieht, sie freuen sich, über ihre Arbeit berichten zu können. Pastorin Ama Nyuieme Adiepena leitet seit fünf Jahren die Frauenarbeit der Evangelischen Kirche in Ghana. „Es ist so wichtig, Mädchen und Frauen zu stärken. In vielerlei Hinsicht: sozial, wirtschaftlich und spirituell “, sagt sie. „Wir kümmern uns ganz besonders um die 18- bis 35-Jährigen. Das ist für viele eine etwas schwierige Zeit. Sie beenden die Schule, wissen häufig nicht, wie es weitergehen soll. Nicht alle beginnen eine Ausbildung. Viele verlassen ihr familiäres Umfeld, heiraten und gründen eine eigene Familie. Das ist eine Zeit der Umbrüche.“

Fafa Regina Dzeha ist 24 Jahre alt. Sie nimmt zurzeit an einem Kurs der E.P.Church teil. „Ich bin eigentlich Krankenschwester, aber konnte keine geeignete Stelle finden“, erzählt sie. „Jetzt werden mir bei der Kirche Einkommen schaffende Fähigkeiten vermittelt wie Seife herzustellen, oder Souvenirs.“ Sie lächelt. „Ich träume davon, irgendwann einen eigenen richtigen Laden zu haben. Als ersten Schritt habe ich angefangen, in den Sozialen Medien für meine Produkte Werbung zu machen und mich mit anderen in einer ähnlichen Situation auszutauschen.“

Dreimal im Jahr bietet die Frauenarbeit der Evangelischen Kirche einen derartigen Kurs an, berichtet Nyuieme Adiepena. Mit jeweils 80 bis 130 Teilnehmerinnen, die dafür pro Person umgerechnet 23 Euro zahlen müssen. „Das ist aber nur ein Teil der tatsächlichen Kosten“, so die Pastorin. „Die Teilnehmerinnen werden ja bei uns untergebracht, und es fallen Materialkosten und Honorare für die Referentinnen an. Das müssen wir dann übernehmen.“ Auf die Kurse werde auch in den Gottesdiensten hingewiesen, so dass vor allem E.P.Church-Mitglieder kämen. Aber grundsätzlich sei das Angebot offen für alle.

Zu Adiepenas Aufgaben gehört es auch, regelmäßig Delegierte aus allen 15 Kirchenkreisen einzuladen, um sich mit ihnen auszutauschen und sie fortzubilden. „Oft geht es darum, wie Frauen benachteiligt werden und wie wir gemeinsam dagegen vorgehen können“, erklärt sie. „So gibt es zum Beispiel immer noch einige Gemeinden auf dem Land, in denen Frauen während ihrer Menstruation nicht am Abendmahl teilnehmen dürfen. Das kann nicht sein. Und Frauen geraten häufiger als Männer in schwierige Lebenssituationen. Manche werden ungewollt schwanger, und der Kindsvater verschwindet. Andere landen in der Prostitution. Wir wollen als Kirche Ansprechpartnerin für alle Frauen sein und ihnen in der Not beistehen. Am besten ist es, wenn wir die jungen Mädchen schon so früh erreichen, dass sie gar nicht erst in solche Situationen geraten.“ Deshalb versucht die E.P.Church-Frauenarbeit, die jungen Frauen schon während der Schule zu kontaktieren. Damit sie ihren Abschluss machen und lernen, für sich und ihre Rechte einzustehen.

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