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Das „Activity Centre“ in Ho/Ghana: MP 2203

Die jungen Frauen lernen ganz praktische Dinge wie zum Beispiel Hauswirtschaft

Junge Frauen und Mädchen, die die Schule abgebrochen haben, leben in einer schwierigen Situation. Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana bietet in diesen Fällen Hilfe an.

„Für viele junge Mädchen ist die Ausbildung bei uns die letzte Chance“, sagt Olivia Fafa Adzimah und seufzt. „Bevor sie zu uns kommen, haben sie kein leichtes Leben gehabt. Sie sind schwanger geworden und mussten deshalb die Schule verlassen. Jetzt sind sie alleinstehende Mütter, im Stich gelassen vom Vater des Kindes und nicht selten abgelehnt von der eigenen Familie. Andere Frauen haben zwar kein Kind, aber mussten aus anderen Gründen die Schule abbrechen. Zum Beispiel, weil die Eltern das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnten.

“Die 59-Jährige leitet seit einigen Jahren das „Activity Centre“ in Ho. Die ausgebildete Lehrerin und Hauswirtschaftsleiterin hatte zuvor bereits dort Kurse gegeben und war so mit dem Ablauf gut vertraut. Nach dem Umzug in eine ehemalige Schule ist im Zentrum genug Platz für den Lehrbetrieb. Auch für Batik-Kurse steht jetzt ein besserer Unterstand zur Verfügung.Batik ist eine der Fertigkeiten, die die Teilnehmerinnen erlernen. Dazu kommen Nähen, Kochen und Kunsthandwerk. „Es ist aber auch wichtig, dass die jungen Mädchen und Frauen ihre formale Schulausbildung fortsetzen“, erklärt Olivia Adzimah. „Deshalb unterrichten wir Englisch, Mathematik und Sozialkunde. Die Teilnehmerinnen können so einen Schulabschluss nachholen und werden gleichzeitig durch die erlernten praktischen Fähigkeiten in die Lage versetzt, sich selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie haben endlich eine Zukunftsperspektive.

“Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Im Augenblick hat die Einrichtung - beide Jahrgänge zusammengenommen – 36 Schülerinnen. Sie sind zwischen 16 und 30 Jahre alt und kommen aus den Regionen Volta, Oti, Eastern und Greater Accra. Am Ende steht eine staatlich anerkannte Prüfung mit einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im letzten Jahr war das Zentrum allerdings wegen der Pandemie vier Monate geschlossen. Daher wurden die Abschlussprüfungen verschoben, und es kam zu Überlappungen mit den Neu-Anmeldungen. Mit einem bestandenen Examen können die Absolventinnen weiter zur Schule gehen – zum Beispiel auf eine Berufsfachschule -, sich auf eine Stelle bewerben oder sich selbstständig machen. Fast jedes Jahr bestehen alle Schülerinnen des „Activity Centres“ die Abschluss-Prüfungen, oft sogar mit besonders guten Ergebnissen.

„Ich bin sehr froh, dass die E.P.Church unser Zentrum trägt“, so die Leiterin. „Ich habe selbst drei Töchter und weiß, wie wichtig es für Frauen ist, auf eigenen Füßen zu stehen. Deshalb sind unsere Teilnahmegebühren auch relativ gering, und wir vergeben in einigen Fällen auch Stipendien. Es darf nicht sein, dass junge Mütter, die auf sich allein gestellt sind, daran scheitern, dass sie das Schulgeld nicht aufbringen können. Aber das bedeutet dann natürlich, dass wir finanzielle Unterstützung von der Kirche benötigen.“


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