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Das „Activity Centre" in Ho / Ghana (MP 1510)

Die jungen Frauen vervollständigen in dem Zentrum auch ihre Schulbildung.

Das „Activity Centre“ bietet jungen Mädchen und Frauen in einer schwierigen Lebenssituation eine Zukunftsperspektive. Sie bekommen eine Basisausbildung und erlernen Fähigkeiten, um sich selbst zu ernähren.

Agnes Mizpah Gbomgbo ist glücklich. Sie weist auf das von einer kleinen Mauer umgebene Zentrum: „Dass ich im Rentenalter noch einmal so eine spannende Aufgabe bekommen würde, hätte ich nie gedacht.“ Sie ist eingesprungen, als die langjährige Leiterin des Activity Centres Alice Ayebi aus Altersgründen aufgehört hat und nimmt ihren Platz ein, bis jemand auf Dauer gefunden ist.

Das Zentrum wurde 1998 gegründet. Die E.P.Church hatte ein leer stehendes Gebäude in unmittelbarer Nähe der Kirchenleitung in Ho renoviert und für eine neue Idee zur Verfügung gestellt. Hier werden seitdem junge Frauen unterrichtet, die anderweitig keine Chance hätten. „Offiziell haben wir gar keine Altersgrenze“, erzählt Agnes Gbomgbo. „Aber fast alle sind zwischen 18 und 21 Jahre alt. Sie sind Schulabbrecherinnen oder haben einen sehr schlechten Schulabschluss. Viele sind Teenage Mothers, also junge alleinstehende Mütter. Sie lassen ihre Kinder während der Unterrichtszeiten meistens bei den Großeltern.“

Ein Kurs erstreckt sich über eineinhalb Jahre. Es wird montags bis freitags jeweils drei bis vier Monate unterrichtet, dann sind zwei Wochen komplett frei. In dieser Zeit haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, zwischendurch etwas Geld zu verdienen oder in ihr Heimatdorf zu gehen und ihren Eltern auf dem Feld zu helfen.

„Für mich war es ideal, hier noch einmal für eine überschaubare Zeit einzusteigen“, meint die Interimsleiterin. „Ich bin 65, Witwe, und meine zwei Kinder sind längst erwachsen. Ich war Lehrerin an einer Schule in Awudome-Tsito und habe dort vor allen Dingen Kochen unterrichtet. Damit war ich hier natürlich genau richtig.“ Im Activity Centre geht es um zwei Dinge: Zum einen werden Defizite in der Schulbildung behoben. Deshalb gehören Englisch und Mathematik zum Unterricht, aber auch Sozialkunde und Themen wie Gesundheit und Umwelt. Zum anderen lernen die jungen Mädchen, ihren Lebensunterhalt in Zukunft selbst zu verdienen. Dazu gehört Kochen, aber auch Kunsthandwerk, Nähen und Batiken. „Und die Frauen lernen, wie man ein kleines Geschäft selbst auf die Beine stellt“, berichtet Agnes Gbomgbo. „Man muss sich mit Buchhaltung auskennen. Aber auch wissen, wie man den Markt beobachtet und herausfindet, was eventuell wo gut ankommt. Wenn es in einem Dorf schon mehrere Frauen gibt, die batiken, sollte man dort lieber etwas anderes machen.“

Elf Honorarkräfte werden pro eineinhalbjährigem Kurs eingesetzt. Sie unterrichten jeweils in Blöcken. Die Leiterin des Activity Centres: „Glücklicherweise bekommen wir Zuschüsse aus Wilhelmshaven von einem Kreis um Brigitte Hoffmann, die das Zentrum mitgegründet hat und weiter unterstützt. Die Familien der Schülerinnen sind alle sehr froh, dass die Mädchen bei uns so gut aufgehoben sind und danach eine sehr gute Chance haben, sich selbst zu ernähren.“ Tatsächlich sind die Abschlüsse des Activity Centres mittlerweile auch staatlich anerkannt. Die Absolventinnen können damit Weiterführende Schulen besuchen oder sich auf Stellen bewerben, wenn sie sich nicht gleich selbstständig machen wollen.

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