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Unterstützung alter Menschen KP 2120/Togo

Durch den Zerfall der Großfamilie sind immer mehr alte Menschen auf sich allein gestellt.

Die Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung in Afrika besagen, dass sich bis 2050 die Bevölkerungszahlen verdoppeln werden. Dies stellt die Staaten vor gewaltige Herausforderungen. So müssen für die vielen jungen Menschen Bildungsmöglichkeiten, eine entsprechende Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätze geschaffen werden. Aber auch die ältere Generation wird von dieser Entwicklung betroffen sein.

In den letzten Jahrzehnten waren bei der Senkung der Geburtenziffern erhebliche Erfolge zu verzeichnen. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Länder beträchtlich. In Äthiopien bekam in den 1990er Jahren noch jede Frau im Durchschnitt sieben Kinder, heute sind es vier. Dies konnte durch großangelegte Kampagnen zur Aufklärung über Verhütungsmittel durch die Basis-Gesundheitsdienste erreicht werden. Kenia war ähnlich erfolgreich. Durch hohe Bildungsstandards – 61 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen das Niveau zum Besuch einer Sekundarschule – und durch Familienplanungsprogramme sank auch hier die Zahl der Kinder je Frau von 7,6 auf 3,8. Trotzdem ist das Bevölkerungswachstum noch immer zu hoch. In Afrika bekommt jede Frau mit durchschnittlich 4,4 Kindern noch doppelt so viele wie in anderen Teilen der Welt.

Für die alten Menschen ist das insgesamt sinkende Bevölkerungswachstum jedoch ein zunehmendes Problem. In den meisten afrikanischen Ländern gibt es kein Renten- oder Sozialsystem, wie wir es kennen. Früher lebten die Alten in der Großfamilie. Sie waren geachtet und geehrt, die Mitglieder der Familien kümmerten sich und versorgten sie. Heute befindet sich das System der Großfamilie in der Auflösung. Immer mehr junge Paare finden Arbeit in den Städten, wo sie in beengten Mietwohnungen wohnen. Dort ist kein Platz für die Alten, sie bleiben zurück in den Dörfern und sind auf sich allein gestellt. Aber auch in den Städten leben aufgrund der zunehmenden Mobilität der jüngeren Generation und wegen der Wohnungsnot viele Ältere allein.

Die Evangelische Kirche in Togo (EEPT) hat sich des Problems angenommen und ein Programm entwickelt, um der älteren Generation zu helfen. Die Idee: Da ein Sozialprogramm mit Sozialhelfern, die sich um bedürftige alte Menschen kümmern, nicht bezahlbar ist, organisiert man die Alten in Gruppen, in denen sie  füreinander sorgen. Milka Agbozo, die Nachfolgerin von Christine Mensah, koordiniert das Programm. Inzwischen sind in 27 Gruppen über 1000 ältere Frauen und Männer organisiert. Sie treffen sich regelmäßig, tauschen sich aus oder singen und spielen miteinander. Kranke werden von Mitgliedern besucht, und die Gruppe sammelt für die Behandlung und die Medikamente. Andere gehen für Alte mit Mobilitätseinschränkungen einkaufen oder kochen für sie. Milka Agbozo besucht die Gruppen und informiert über Gesundheits- und Ernährungsfragen. Mit einem kleinen Sozialfonds kann sie in Notfällen helfen. Darüber hinaus vermittelt sie aber auch handwerkliche Fertigkeiten, mit denen ein Einkommen geschaffen werden kann. Sie hat schon viele Anfragen aus Gemeinden erhalten mit der Bitte, auch dort die Bildung einer Selbsthilfegruppe alter Menschen zu unterstützen. Dabei braucht sie unsere Hilfe.

Auf einen Blick:

Projekt: Ausbildung, Betreuung und Unterstützung alter Menschen
Ort/Region: überregional
Durchführung: Evangelische Kirche in Togo
Kostenübersicht:
Hausbesuche und Betreuung: EUR 950,-
Einkommen schaffende Projekte: EUR 1.180,-
Sozialfonds: EUR 960,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 155,-
Gesamt: 3.245,-