Sie befinden sich hier: Startseite   >   Programme  >   Togo  >   Frauenarbeit in Togo

Frauenarbeit in Togo: MP 2110

Durch die Produktion und den Verkauf von Kaolinstücken, die zur Herstellung von Farbe verwendet werden, erwirtschaften die Frauen ein kleines zusätzliches Einkommen.

Innerhalb der Evangelischen Kirche in Togo (EEPT) gibt es mehrere Frauenorganisationen. Die älteste und größte ist die „Bibliahabobo.“

„Dem Ewe-Wort nach geht es in unserem Verband um Bibelstudien“, erklärt die Präsidentin der „Bibliahabobo“, Akossowa Delali Hillah. „Aber das ist es nicht allein.“ Tatsächlich ist ein fester Tag in der Woche bei den Gruppen für Bibelstudium vorgesehen. Die Frauen lesen gemeinsam ein Kapitel und tauschen sich darüber aus, was der jeweilige Abschnitt für das eigene Leben bedeutet. Dazu wird viel gesungen. Außerdem unterstützen sie die Katechisten (Diakone) und Pastorinnen und Pastoren bei ihrer Arbeit.

Die „Bibliahabobo“- Gruppen, die es in 373 Gemeinden gibt, haben aber auch eine ganz praktische Seite. Gemeinsam stellen sie Seife her, und manche besitzen ein Feld, wo sie zusammen Soja anbauen. „Wir organisieren regelmäßig Camps, wo wir diese Fähigkeiten auch vermitteln“, erzählt Akossowa Hillah. „Das gibt unseren Mitgliedern die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder etwas zum Familieneinkommen beizusteuern. Wenn es gut läuft, sind die Frauen auch noch in der Lage, einen Teil ihrer Einkünfte den Bedürftigen in den Gemeinden zu spenden.“

Etwa 1000 bis 2000 der insgesamt mehr als 6000 Mitglieder treffen sich jeweils zu diesen einwöchigen Camps, die abwechselnd in allen sechs kirchlichen Regionen Togos stattfinden. „Wir übernachten in Klassenräumen, und die Frauen aus dem jeweiligen Ort bereiten die Mahlzeiten zu“, erläutert Schatzmeisterin Akua Augustine Mesaga. „Die Teilnehmerinnen übernehmen selbst ihre Reise- und Verpflegungskosten, aber wir als Verband zahlen für die Zelte, Stühle und Honorare der Referentinnen. Da sind wir schnell bei 2 Millionen FCFA, also 3000 Euro.“

Neben den praktischen Workshops beschäftigen sich die Frauen mit dem jeweiligen Synodenthema der EEPT. „Für uns ist die Verbindung von kirchlich-theologischer und ganz praktischer Arbeit wichtig. Und dabei bleiben wir liebend gern unter uns“, sagt die Präsidentin schmunzelnd. „Wir haben versucht, uns gemeinsam mit Männern zu treffen, aber das ging nicht gut. Die Männer wollten immer dominieren. Seitdem können sie nur noch Ehrenmitglieder bei der ‚Bibliahabobo‘ werden.“

Bereits 1941 gegründet, konnte die Frauenorganisation 2016 ihr 75jähriges Bestehen feiern. „Allerdings müssen wir uns häufig mit Provisorien arrangieren“, erzählen die beiden ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder. „Wir haben kein eigenes Büro, sondern suchen uns im Bloc Synodal, dem Verwaltungsgebäude der EEPT, jeweils einen Raum, der gerade frei ist.“ Geplant ist ein eigenes kleines Zentrum mit fünf Räumen. Einen davon will die „Bibliahabobo“ selbst nutzen, die anderen vermieten, um so Einnahmen zu generieren. „Uns wurde ein kleines Grundstück zur Verfügung gestellt, und wir haben mit den Arbeiten begonnen“, berichtet Mesaga. „Allerdings fehlen uns noch finanzielle Mittel. Wir hatten alle Mitglieder um jeweils 6000 FCFA, also 8 Euro, gebeten. Doch nur wenige konnten etwas beisteuern.“

Für dieses Programm spenden

Diese Seite als pdf-Datei herunterladen


© Norddeutsche Mission 2020