Meine zweite Arbeit: Das Straßenkinderprojekt

Autorin: Melanie Kroll | Datum: 30 November 2013

Da ihr jetzt schon einen Eindruck in meine Arbeit in der Schule bekommen habt, möchte ich euch jetzt auch einen Eindruck in meine Arbeit beim Straßenkinderprojekt der E.P. Church geben.
Das Ziel des Projektes war und ist es, den Kindern Unterstützung zu geben, ihnen eine neue Perspektive im Leben zu ermöglichen. Vor allem die Kindern, die immer am Markt hier in Ho sind, soll geholfen werden. Das Projekt hatte seinen ersten Sitz im Hinterhof eines Hauses nahe dem Marktplatz. Dort kamen so gut wie jeden Tag Kindern hin und haben gespielt, gelernt und gearbeitet. Heute ist das Projekt in dem Stadtteil Deme. Dort, abseits von der Straße, wurde ein Haus gebaut, das allerdings noch lange nicht fertig gestellt ist. Zurzeit gibt es einen großen Raum mit Tischen und Bänken drin, damit man sich auch bei schlechtem Wetter beschäftigen kann. Außerdem gibt es einen kleinen Badflur mit Dusche und Toiletten und dann noch sozusagen das Office. Dort wird aber auch gekocht und der Raum dient auch als Abstellraum für Spielzeug und andere Utensilien. Betreut wird das Projekt von Olivia, eine älteren, aber unglaublich liebenswürdigen, manchmal auch strengen, aber immer netten und aktiven Dame. An das Haupthaus soll aber noch eine kleine Bibliothek, eine richtige, separate Küche und eine separater Abstellraum gebaut werden. Im Bau ist momentan ein Schlafhaus für alle Kinder. Manche von den Kindern leben unter sehr armen Verhältnissen, haben keine Perspektive und gehen auch manchmal nicht regelmäßig in die Schule. Manche von ihnen haben auch kein richtiges Zuhause und werden durch die E.P. Church mit diesem Projekt unterstützt. Außerdem werden 10 Kindern finanziell unterstützt. Für sie werden Bücher für die Schule gekauft, Essen wird gekauft, das Schulgeld wird bezahlt und so weiter.               
 Insgesamt kommen immer so zwischen 25 und 35 Kindern jeden Montag und Mittwoch zum Projekt. Die Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahre alt. Das Projekt ist von 16 Uhr bis 18 Uhr. Nach der Schule kommen die Kinder zum Projekt. Dort haben sie ganz unterschiedliche Möglichkeiten um sich zu beschäftigen. Meist läuft es so ab:  Ganz als erstes müssen die Kinder sich in eine Anwesenheitsliste eintragen. Dann beginnt die Arbeit bzw. das Spielen. Erst müssen die Kinder beim Gras schneiden oder fegen helfen, damit die Umgebung auch ordentlich bleibt. Manchmal wird auch Mais gepflanzt, wobei die Kinder auch helfen müssen. Danach wird meist aus der Bibel vorgelesen oder Bibelstellen werden geübt oder Gebete. Nachdem dies beendet ist, können die Kinder ihre Hausaufgaben mit unserer Hilfe machen oder einfach Spielen. Dann wollen sie meist einen Ball haben und Fußball spielen. Ich habe auch schon meinen Handball mitgebracht und habe etwas fangen und werfen mit ihnen geübt. Auch Frisbees habe ich mitgebracht, damit die Kinder auch lernen, wie man damit spielt. Malen steht auch ganz hoch im Kurs. Einmal haben wir mit Tusche und Pinsel gemalt. Auch auf Puzzel, Bauklötze oder Seil springen stehen die Kinder. An manchen Tagen bringen wir ihnen auch Deutsch bei, damit sie auch eine andere Sprache etwas lernen können. Olivia kocht immer noch für alle Kinder. Meist gibt es Reis mit Stew oder Gari mit Stew. Olivia unterteilt die Kinder in kleine, mittlere und große. Dann macht sie verschiedene Teller fertig, die sich die Kinder in den verschiedenen Altersgruppen dann teilen müssen. Das Essen dauert meist auch nur 2 Minuten, weil die Kinder so schnell hinter dem Essen her sind. Meist landet auch die Hälfte des Essens neben den Tellern, weil sie so stürmisch sind. Nachdem dann abgewaschen wurde, beginnt die Verabschiedungsrunde. Dort wird gesungen. Wir haben den Kindern schon neue Lieder beigebracht, wie „Mercy is Falling“ oder“ We are marching in the Light of God“. Neben diesen Liedern werden auch noch andere Lieder gesungen, teilweise auch auf der Lokalsprache Ewe. Neben dem Singen wird auch noch gebetet. Entweder Olivia tut dieses oder einer von uns. Manchmal betet auch eines der Kinder. Danach gehen alle nach Hause.  
Das Projekt läuft auch nicht immer friedlich ab. Es kommt schon oft vor, dass Kinder sich streiten oder einfach nicht ruhig sind und Flausen im Kopf haben. Manchmal kann dies auch sehr anstrengend sein, vor allem, wenn man dann schon einen langen Schultag mit lauten Kindern hinter sich hatte. Dann muss ich auch etwas strenger werden, damit die Kinder auch lernen respektvoll zu sein und sich an Regeln zu halten.                                                                    
An manchen Tagen gibt Olivia den Kindern auch Bücher zum Lesen mit, damit ihre Lesefähigkeit gefördert wird. Das Ausleihen ist frei. Die Bücher werden von den Kindern dankend angenommen, weil die meisten Familien nicht in der Lage sind, das nötige Geld aufzubringen, um Bücher für ihre Kinder zu kaufen.                            
Die Arbeit im Projekt macht mit sehr viel Spaß. Es ist schön den Kindern mit neuen Spielen, Liedern oder Möglichkeiten zum Malen (sprich Buntstifte, Mandalas, Tuschkasten und Pinsel) eine neue Perspektive im Leben zu zeigen. Ihnen etwas Neues zu zeigen und zu geben. Nebenbei unterhalte ich mich auch sehr viel mit den Kindern. Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder sich immer weiter öffnen. Die Kinder werden mit der Zeit auch immer herzlicher, nehmen mich an der Hand oder kuscheln sich an mich ran. Das ist echt ein sehr schönes Gefühl. Vor allem, wenn ich dann das Lächeln der Kinder sehe, wenn sie ein echt schönes Bild gemalt haben oder wenn sie einfach nur dabei sind zu malen.
Das Projekt ist an sich auch eine sehr gute Sache. Damit kann Kindern geholfen werden. Allerdings können bis jetzt nur 10 Kinder unterstützt werden und auch die Räumlichkeiten müssen weiter ausgebaut werden. Dafür fehlt es allerdings an Geld. Ich hoffe sehr, dass in den nächsten Monaten auch an den Räumlichkeiten wie Küche, Abstellraum, Bibliothek ein Fortschritt zu sehen sein wird.
In den nächsten Monaten wollen wir noch sehr viel mit den Kindern machen. Sie sollen noch mehr Lieder lernen und Deutsch lernen. Außerdem wollen wir noch Masken mit ihnen Basteln und ihnen auch noch Spiele wie Völkerball, Neben-Sitzen oder Kettenfang zeigen. Manche von ihnen kennen wahrscheinlich solche Spiele schon, da unsere Vorgänger mit ihnen auch solch deutsche Spiele schon gespielt haben. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür und wir wollen mit Ihnen eine kleine Weihnachtsfeier mit Musik und selbstgemachten Keksen machen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Und ich freu mich sehr auf die weiteren Monate mit den Kindern.
In dem Fotoalbum findet ihr auch noch Fotos vom Projekt. Ich hoffe ich kann regelmäßig das Album mit neuen Fotos füttern. Bei Fragen oder Anregungen für Spiele, Lieder oder Sonstiges bin ich immer offen und freue mich über jede Idee!

Aktueller Spendenaufruf

Was ist deine Mission?

Wir möchten Menschen ermutigen, ihr Lebensengagement in Bezug auf andere zu gestalten.

weiter lesen...

Transparenz

Die Norddeutsche Mission verpflichtet sich ....

Arbeitshilfen:

Eine Initiative Evangelischer Missionswerke ....