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Krankenhaus-Seelsorge in Lomé/Togo: MP 2106

Die Diakonin Abra Efako (rechts) arbeitet eng mit den Ärztinnen und Ärzten und dem Krankenpflegepersonal des Krankenhauses zusammen.

In Afrika beschränken sich die Krankenhäuser allein auf die medizinische Versorgung. Das Seelsorgeteam der Evangelischen Kirche in Togo versucht, die umfassenden Nöte der Patientinnen und Patienten zu lindern.

Abra Efako ist eine starke Frau. Ihr Mann starb vor vielen Jahren und machte sie früh zur Witwe. Jetzt ist die Diakonin 54 Jahre alt und leidet seit einiger Zeit an einer sehr schweren Krankheit. Trotzdem engagiert sie sich mit ihrem Team in bewundernswerter Weise im Krankenhaus „CHU Tokoin“. Das Universitätskrankenhaus in der Hauptstadt Lomé ist das größte staatliche Hospital in Togo. „So viele Korridore, so viele Zimmer. Ich denke, das sind über 3000 Betten“, seufzt Efako. „Da schaffen wir es nicht, überall präsent zu sein. Trotzdem haben wir uns drei Ziele gesetzt: die Kranken und das Personal begleiten, christliches Zeugnis ablegen und materielle Hilfe leisten.“

Die Diakonin hat auch eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, was ihr die Arbeit in der Klinik erleichtert. Sie versteht die Abläufe im Haus und wird vom medizinischen Personal respektiert. „Unsere Begleitung bieten wir an, indem wir alle Patientinnen und Patienten einer Abteilung, die aufstehen können, zu einem Treffen einladen“, erzählt Abra Efako. „Die anderen bekommen Besuch am Bett. So kommen wir ins Gespräch und können eventuelle Notsituationen erkennen.“

Und die sind nicht selten. Immer noch werden Menschen, die an HIV/Aids oder Tuberkulose erkrankt sind, stigmatisiert – vor allem aus Angst vor Ansteckung. In Togo, wo es keine allgemeine Krankenversicherung gibt, hat das jedoch erhebliche Konsequenzen. Im Normalfall bezahlen die Familien die Medikamente und kochen für ihre kranken Angehörigen. Wenn diese Unterstützung wegfällt, sind die Patienten auf sich allein gestellt. „Dann springen wir ein und helfen mit Nahrung oder Arzneimitteln und manchmal auch mit einem gemeinsamen Gebet“, berichtet die Diakonin. „Mittlerweile ist es auch schon häufiger so, dass Ärzte die Patienten auf uns und unser Angebot aufmerksam machen.“ Trotzdem kommt die Hilfe manchmal zu spät. Neulich sei eine alte Frau gestorben, die sehr arm gewesen sei, so Abra Efako. Sie habe sich nicht selbst versorgen können, und die Kirche habe nicht rechtzeitig von ihrer dramatischen Lage erfahren.

Das Budget der Krankenhaus-Seelsorge ist sehr begrenzt. Die Mitarbeitenden werden auch immer häufiger um Hygienemittel, Seife und Kleidung gebeten. Viele Kranken haben tatsächlich nur das, was sie bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus am Leib trugen. „Die Anzahl der Menschen, die an HIV/Aids erkrankt sind, geht zurück“, berichtet die Diakonin. „Das liegt an den verbesserten medizinischen Möglichkeiten und daran, dass sich einige Nicht-Regierungsorganisationen auf dieses Feld spezialisiert haben. Aber es gibt nach wie vor viele Tuberkulose-Patienten und andere, die unsere Hilfe brauchen. Deshalb ist jede Unterstützung aus Deutschland enorm wichtig.“

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