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Straßenkinder in Ho/Ghana: MP 2103

Die Kinder helfen sich auch gegenseitig bei den Hausaufgaben.

In Afrika, auch in Ghana, leben viele Kinder und Jugendliche auf der Straße. Die Evangelical Presbyterian Church hat für sie ein Zentrum eingerichtet, in dem sie Hilfe bekommen.

„Ich liebe Kinder“, sagt Florence Ati im Brustton der Überzeugung und zuckt lachend mit den Achseln. „Ich kann einfach nichts dagegen tun.“ Die Grundschullehrerin leitet das Straßenkinderprojekt „Nenyo Haborbor“. Vor über 25 Jahren wurde es von der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ghana ins Leben gerufen. Der Beginn war bescheiden, in einem Privathaus in Ho, aber die Initiatoren, vor allem die erste Leiterin, Olivia Akuaku, wollten die Augen vor der Not der Kinder und Jugendlichen nicht verschließen.

„Es gibt so viele, auch bei uns in Ho“, erzählt ihre Nachfolgerin. „Zahlreiche Menschen in Ghana leben trotz der insgesamt positiven Entwicklung des Landes unter dem Existenzminimum. Arme Familien können häufig nicht alle ihre Kinder versorgen. Und manche Familien zerfallen regelrecht, wenn ein Elternteil stirbt oder sich die Eltern trennen. Dann sind die Kinder auf sich allein gestellt.“ Viele von ihnen leben auf dem Markt oder auf der Straße. Sie schlafen unter den Tischen der Marktstände und versuchen, mit Jobs wie Trägerdiensten ihr Überleben zu sichern.

Nach den bescheidenen Anfängen ist vor einigen Jahren ein Haus 3,5 Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum Ho für das Straßenkinderprojekt gebaut worden. Die Entfernung habe Vor- und Nachteile, meint Florence Ati. Man muss aus Ho ein Taxi nehmen, aber die Kinder bekommen die Kosten dafür erstattet. „Andererseits haben wir hier viel Platz und sind im Grünen“, so die Leiterin. „Und vielleicht ist es auch besser, aus dem städtischen Milieu heraus zu sein. Und damit weg von den individuellen psychischen Belastungen und der Gefahr, kriminell zu werden.

“An zwei Nachmittagen wird ein Programm angeboten mit Musik, Spielen, Gesprächen und der Möglichkeit, in Büchern zu stöbern. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, die Straßenkinder für den Schulbesuch zu motivieren und sie bei einem Abschluss zu unterstützen. „Bei den Jüngeren heißt das viel Hausaufgabenhilfe“, so Ati, „Bei den Älteren geht es darum, gemeinsam eine Ausbildung für sie zu finden.“ Und das klappt sehr gut. Im letzten Jahr haben sieben junge Männer ihre Ausbildung erfolgreich beendet, vor allem im Elektro- und Metallbereich. Eine junge Frau hat nach der Schule ein Studium der Biochemie begonnen.

Regelmäßig geht Florence Ati in die Schulen und bespricht mit den Lehrerinnen und Lehrern die Entwicklung ihrer „Schützlinge“. Sie bemüht sich auch, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen - sofern sie ausfindig zu machen sind. Ihr Ziel ist es, die Kinder wieder in ihren Familien zu integrieren. Finanziell unterstützt wird das E.P. Church-Projekt durch Spenden an die Norddeutsche Mission und den „Ghana-Kreis“ der Evangelischen Kirchengemeinde in der Bremer Neuen Vahr. „‘Nenyo Haborbor‘ heißt ‚Gemeinsam für ein besseres Leben‘“, übersetzt Ati. „Und genau das wollen wir.“

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