Colette Boateng, Süd- Nord Freiwillige aus Togo in der Geschäftsstelle der NM, beschreibt ein Angebot einer Gemeinde in Bremen.
Während meines Freiwilligenjahres hier in Deutschland hatte ich die Gelegenheit, von Oktober bis Januar zwei interessante Programme kennenzulernen, die von der St. Remberti-Gemeinde in Bremen angeboten werden und die mich wirklich beeindruckt haben: das Café Remberti und das Café International. Für viele Menschen, die wie ich aus dem Ausland kommen, ist das Leben in Deutschland ungewohnt. Während in Ländern wie Togo teilweise immer noch mehrere Generationen in einer Großfamilie zusammenleben und enge Beziehungen pflegen, haben viele Menschen in Deutschland eher einen individualistischen Lebensstil. Oft leben Menschen allein, sogar im hohen Alter. Besuche finden in der Regel nach vorheriger Absprache statt, und spontane Begegnungen mit Nachbarn oder Freunden sind seltener als in familiären Strukturen mit einem starken sozialen Netzwerk.
Um der Gemeinschaft die Möglichkeit zu geben, sich regelmäßig zu treffen und sich weniger allein zu fühlen, hat die St. Remberti-Gemeinde das Café Remberti ins Leben gerufen, das jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr stattfindet. Das Café lädt zum Treffen, plaudern und gemeinsamen Verbringen von Zeit ein. Dieser Nachmittag bietet älteren Erwachsenen die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und die Gemeinschaft zu stärken. Es handelt sich um eine generationsübergreifende Initiative, die für alle Altersgruppen innerhalb der Gemeinde offensteht. Zuerst kommen die älteren Menschen, und oft folgen dann Eltern und Kinder aus Kinderchören.
Das Café International, ein Sprach- und Begegnungstreffen, das jeden Donnerstag von 15 bis 17:30 Uhr stattfindet, konzentriert sich auf die Unterstützung syrischer Staatsangehöriger. Sie erhalten Unterstützung beim Deutschlernen, bei der Erkundung der Kultur und beim Aufbau sozialer Netzwerke. Im Sprachcafé können sie Freundschaften schließen, Deutsch üben und sich in die Gemeinschaft integrieren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Menschen anderer Nationalitäten kennenzulernen.
Wenn Sie also in Bremen leben, sich als Seniorin oder Senior einsam fühlen oder einfach neue Menschen kennenlernen, sich austauschen und Ihre Erfahrungen teilen möchten (zum Beispiel Deutschunterricht geben, die Lebensgeschichten anderer kennenlernen oder einfach Unterstützung anbieten), dann stehen Ihnen diese beiden wertvollen Initiativen der St. Remberti-Gemeinde offen.
