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Wirtschaftskrise in Ghana

Staatseinnahmen versickern im Schuldendienst

Die Ursache für die katastrophale Situation sehen Fachleute bei den Politikern des Landes. Zwar hat der Krieg in der Ukraine die Importe verteuert und vorher hat die COVID-Pandemie das Land gebeutelt. Aber diese Ursachen verschleiern die hausgemachten Probleme. Es gab und gibt Politikansätze für eine nachhaltige Wirtschaft, aber davon wurde praktisch nichts umgesetzt.

Es war vorgesehen, 30% des im Land verbrauchten Reises selbst zu produzieren. Geschehen ist nichts, es werden weiter Nahrungsmittel importiert. Experten kritisieren, dass Ghana jährlich für 100 Mill. Euro Tomaten aus dem Wüstenstaat Burkina Faso importiert, obwohl Ghana diese selbst anbauen könnte. Ähnlich sei es mit Fruchtsäften. In der jetzigen Situation ist es aber kaum mehr möglich, neue Bereiche aufzubauen oder bestehende auch nur zu modernisieren. Der angeschlagene Finanzsektor ist zu neuen Investitionen nicht in der Lage.

Die Ursache dafür liegt darin begründet, dass das Land derart viel Geld geliehen hat, dass kaum noch Kredite zu annehmbaren Bedingungen für Investoren möglich sind. Es wurden im Sozialbereich umfangreiche Wahlversprechen gemacht, gleichzeitig wurden Steuern auf Finanzdienstleistungen, Autoteile oder Flugtickets gesenkt oder gleich ganz gestrichen. Den Armen und den Reichen gleichzeitig geben ist nicht möglich.

Auch die neuen Offshore-Ölvorkommen helfen nicht weiter. Bevor ein umfangreicher Ausbau in die Wege geleitet werden konnte, war die Staatskasse leer.

Die Preise für Rohöl haben angezogen, doch mit fast 50 Milliarden Dollar lastet ein gewaltiger Schuldenberg auf dem Land - das sind fast 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Betrug dieses im Jahr 2022 noch etwa 73 Mrd. $, werden für 2023 nur noch 66,5 Mrd. $ prognostiziert, ein Rückgang von fast 10%!

Ein Großteil der Steuereinnahmen verschwindet in Schuldentilgung und Zinszahlungen. Die Gesamtlage ist sehr schwierig, dazu kommt, dass ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeitslos ist.

Ein Stimmungsumschwung im Land ist dennoch kaum zu spüren, da die Ansichten über die Lage des Landes in vielen Regionen und ethnischen Gruppen sehr uneinheitlich sind.

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