In der Hauptstadt Lomé haben Ende August Fachleute aus Behörden, Küstenverwaltung, Zivilgesellschaft und Medien über das internationale Abkommen zum Schutz der Meeresvielfalt in internationalen Gewässern beraten. Die Workshops sollten festlegen, mit welcher Position Togo beim ersten Treffen der Vertragsstaaten im Januar 2027 in New York auftritt.
Die Hohe See beginnt dort, wo die Hoheitsgewässer der Küstenstaaten enden. Sie bedeckt den größten Teil der Weltmeere, unterlag bisher aber kaum verbindlichen Schutzregeln. Das sogenannte BBNJ-Abkommen ist das erste internationale Regelwerk, das Schutz und nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt in diesen staatenfreien Gewässern verbindlich regelt. Es trat am 17. Januar 2026 in Kraft, nachdem genügend Länder es ratifiziert hatten; Togo selbst steht noch mitten in diesem Prozess. Organisiert wurde die Workshop-Reihe vom Hohen Rat für das Meer, unterstützt von der Weltnaturschutzunion (IUCN) und einem von der Europäischen Union finanzierten Programm für nachhaltige Ozeane in Westafrika.
Für Togo geht es dabei um weit mehr als Umweltschutz – das Land lebt von seiner Küste. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums hängen rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung mit dem Meer zusammen, allein die Fischerei trägt 4,5 Prozent bei. Wer über die künftigen Regeln für die Hohe See mitbestimmen will, muss von Anfang an mit am Tisch sitzen. Für Togo stehen dabei der Schutz der eigenen Fischbestände, der Zugang zu internationalen Finanzmitteln und eine Stimme in der globalen Meerespolitik auf dem Spiel.
