Ende Mai reisen die Süd-Nord Freiwilligen wieder zurück in ihre Heimaltländer. Colette Boateng, togoische Freiwillige in der NM-Geschäftsstelle, hat ihren letzten Newsletter-Beitrag geschrieben, ein Resümee ihrer Zeit in Deutschland. Sie konnte erst später einreisen, weil es Probleme mit dem Visum gab, war also kein ganzes Jahr hier.
Mein Aufenthalt in Deutschland vergeht nach und nach. Wenn ich daran denke, dass ich schon seit sieben Monaten hier bin, wird mir bewusst, welchen Weg ich zurückgelegt habe. Der Anfang war nicht leicht: eine neue Umgebung, in einem fremden Land zu sein, eine andere Sprache, ein anderes soziales Leben, andere Gewohnheiten, eine andere Ernährung, eine andere Kultur sowie ein Klima, an das ich mich gewöhnen musste. Alles wirkte zugleich verwirrend und faszinierend.
Ich habe wunderbare Orte entdeckt, mehrere Städte besucht und bei Seminaren, an denen ich teilgenommen habe, verschiedene Kulturen kennengelernt. Diese kulturelle Vielfalt hat meinen Blick auf die Welt erweitert. Die Begegnung mit einer anderen Kultur war nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Transformation. Nach und nach habe ich gelernt, die Dinge anders zu sehen. Ich habe mich weiterentwickelt und nach und nach meinen Platz gefunden.
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass, obwohl die Gesellschaft oft als individualistisch wahrgenommen wird, die Solidarität immer dann vorhanden ist, wenn man sie braucht. Das hat mich sehr positiv berührt. Außerdem war ich beeindruckt vom Engagement für den Umweltschutz, vom Streben nach einer besseren Zukunft, von der Nachhaltigkeit, vom Kampf gegen die Ausbreitung von Plastik sowie von der Förderung einer gesunden Ernährung. Ich habe auch die Disziplin und den Respekt vor gesellschaftlichen Regeln bemerkt. Die kulturellen Unterschiede haben während meines Aufenthalts eine wichtige Rolle gespielt: Ich habe gelernt und mich angepasst.
Ich habe mich trotz der Entfernung zu meinem Heimatland, meinem Zuhause, meiner Familie und meinen Freunden nicht allein gefühlt, da ich auf meinen Mentor sowie auf die neuen Freundinnen und Freunde zählen konnte, die ich hier kennengelernt habe. Es war eine bereichernde Erfahrung, voller schöner Erinnerungen und gemeinsamer, wertvoller Momente.
