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Terroristen aus dem Sahel

Westafrikanische Länder verstärken Bemühungen zur Bekämpfung

Die Sahelzone, das Gebiet nördlich der westafrikanischen Küstenstaaten, ist ein Brennpunkt des Terrorismus. Laut dem aktuellen Global Terrorism Index des Instituts für Ökonomie und Frieden entfällt inzwischen rund die Hälfte aller weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit Terrorismus auf diese Region. In dem gefährlichen Gebiet breiten sich zwei Dschihadistengruppen aus, die mit Al-Qaida verbunden sind.

Jama'at Nusrat al-Islam wal Muslimeen (JNIM) und Verbände unter dem Dach des sogenannten Islamischen Staats (IS) stehen hinter der Terrorwelle in der Sahelzone, insbesondere in Burkina Faso, Mali und Niger. Diese Gruppen weiten ihre Aktivitäten zunehmend nach Süden aus und infiltrieren auch Länder wie Benin, Togo, die Elfenbeinküste und Ghana. Angriffe auf Militärposten und Zivilisten sind eine ständige Bedrohung. Im April 2025 töteten JNIM-Kämpfer mindestens 54 Soldaten in Benin entlang der gemeinsamen Grenze zu Burkina Faso und Niger. Auch im benachbarten Togo ist ein ähnlicher Anstieg von Terroranschlägen zu verzeichnen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der W-Arly-Pendjari-Komplex (WAP) aus Schutzgebieten und Parks, der sich über Benin, Burkina Faso und Niger erstreckt und an Togo, Ghana und Nigeria grenzt. Dieses Gebiet stellt nicht nur einen „sicheren Puffer" für Terroristen dar, sondern dient auch als Zone für Schmuggel und andere illegale wirtschaftliche Aktivitäten. Dort finden sich strategisch wichtige Mineralien und Rohstoffe wie z.B. Holz, die zu Finanzierungsquellen für den Terrorismus in diesem Korridor geworden sind.

In den letzten Jahren sind Terroristen aus der Sahelzone nach Süden in weitgehend unkontrollierte Gebiete Westafrikas vorgedrungen. Die nördlichen Landgebiete vieler Küstenländer der Region sind dünn besiedelt und unterentwickelt. Terroristische Gruppen nutzen oft die Frustration und das Gefühl der Vernachlässigung junger Menschen in diesen Gebieten aus, um neue Mitglieder zu rekrutieren.

In der Vergangenheit gab es eine intensive Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zwischen den Küstenstaaten und den im Inneren gelegenen Staaten Mali, Burkina Faso und Niger. Die drei letzteren sind seit 2020 nacheinander unter die Kontrolle von Militärregierungen gefallen, traten aus der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) aus und gründeten ihre eigene Allianz der Sahelstaaten (AES). Danach brach die gemeinschaftliche Sicherheitsarbeit zusammen. Sie ist nun auf ein Minimum geschrumpft. Die grenzüberschreitende Infiltration terroristischer Gruppen lässt sich so kaum mehr eindämmen.

Daher haben die einzelnen Küstenstaaten damit begonnen, verstärkt Truppen für die Grenzkontrollen in ihren fragilen nördlichen Gebieten einzusetzen. Auch wurden bilaterale Sicherheitsabkommen wie z.B. zwischen Benin und Nigeria geschlossen. Alle diese Maßnahmen aber reichen bei weitem nicht aus, um den Terrorismus einzudämmen. Neben Sicherheitsmaßnahmen sind auch sozio-ökonomische Initiativen dringend erforderlich. So hat die Elfenbeinküste eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, um Armut und Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und gleichzeitig Vertrauen zwischen dem Militär und den Gemeinden aufzubauen, die Vorbild für die Nachbarländer sein können. Es geht für die Regierungen darum, deutlich zu machen, dass sie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme der Menschen sehen und verstehen und erkennbar machen, dass sie gegenüber der lokalen Bevölkerung als vertrauenswürdige Partner auftreten und sie nicht schikanieren.

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