• News Details

Schmutzige Schokolade

Einsatz verbotener Pestizide auf Kakaoplantagen

Die Schweizer Nichtregierungsorganisation „Koalition für Konzernverantwortung“ hat schwere Vorwürfe gegen den bekannten Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli erhoben. Sie wirft dem Konzern vor, in Ghana auf Plantagen giftige Pestizide zum Einsatz zu bringen, die in der EU und der Schweiz verboten sind.

Erschwerend käme hinzu, so die Initiative, dass auch Plantagen betroffen sind, die zum sog. Lindt & Sprüngli Farming Program gehören, welches  als Kernstück der Strategie für Nachhaltigkeit im Konzern gilt.

Laut der Recherche werden Wirkstoffe wie ImidaclopridThiamethoxam und Mancozeb verwendet. Das Pesticide Action Network stuft diese Substanzen als hochgefährlich ein, sie werden für Nervenschäden, Unfruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen bei Kindern verantwortlich gemacht.

Nach Informationen der Koalition berichten betroffene Bäuerinnen und Bauern von akuten Beschwerden wie Hautreizungen, Atemnot und brennenden Augen. Schutzkleidung fehlt meist, da sie vor Ort kaum erhältlich und für viele zu teuer ist.

Als besonders brisant wertet die Organisation, dass der Pestizid-Einsatz Teil von Schulungen im Rahmen des Lindt & Sprüngli Farming Program gewesen sein soll. Obwohl die Wirkstoffe in Europa und der Schweiz verboten sind, stellen diese Verbote laut der Herstellerfirma keinen Anlass für Exportverbote nach Afrika dar.

Eine Nachfrage bei Lindt & Sprüngli , wie der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden im Rahmen seines Nachhaltigkeitsprogramms mit dem Grundsatz der „verantwortungsvollen Beschaffung“ zusammenpasst, wurde vom Konzern so beantwortet: „Eine Überprüfung der Einhaltung der Pestizidliste ist eine wichtige Anforderung, die von den Lieferanten sichergestellt werden muss.“ Diese Pestizidliste ist aber nicht öffentlich zugänglich.

Die Recherche wird von den beteiligten Organisationen als Beispiel für strukturelle Probleme in globalen Lieferketten gewertet. Freiwillige Nachhaltigkeits-Programme allein reichen erwiesenermaßen nicht aus, um Menschen und Umwelt verlässlich vor Pestiziden zu schützen. Das im EU-Parlament auch mit deutscher Hilfe aufgeweichte Lieferkettengesetz stellt keinen Schutz vor diesen verantwortungslosen Handlungen dar.

Aktueller Spendenaufruf

Spenden

CEPRODED / Togo

Projektheft 2026

Unser neues Projektheft 2026 können Sie hier ansehen oder als pdf herunterladen.

Konfispende

Die Norddeutsche Mission stellt einen Spendenflyer für Aufforstungsprojekte in Ghana und Togo vor.

weiterlesen...

 

Thursdays in Black: Eine ökumenische Kampagne

Die Norddeutsche Mission hat eine Frauenkonferenz durchgeführt, die das Thema „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen" hatte.

weiterlesen.....

Transparenz

Die Norddeutsche Mission verpflichtet sich ....