Jahrhundertelang war die Mercator-Projektion, die die Erde auf einer flachen Karte abbildet, maßgeblich für die Darstellung der Erdoberfläche. Aufgrund der Projektionsart war die Form der Erdteile zwar korrekt, aber ihr Größenverhältnis zueinander völlig falsch.
So erscheinen dabei Grönland und Afrika fast gleich groß, obwohl Afrika in Wirklichkeit 14mal größer ist. Das verstärkt die Wahrnehmung von Afrikas Marginalität trotz seiner enormen Größe und Bevölkerungszahl und prägt Narrative in Medien, Bildung und Politik, so die Initiatoren für eine neue Kartendarstellung. „Korrigiert die Karte« lautet die Kampagne, mit deren Vorantreiben die Afrikanische Union (AU) Togo beauftragt hat, um die Verwendung der Mercator-Karte durch Regierungen und internationale Organisationen zu beenden. Togo soll einen entsprechenden Antrag in die UN-Vollversammlung im Herbst einbringen. Die Kampagne, angeführt von den Interessenvertretungsgruppen Africa No Filter und Speak Up Africa, fordert die Annahme der Equal-Earth-Projektion von 2018, die versucht, die tatsächliche Größe der Länder widerzugeben.
Die Mercator-Projektion wurde im 16. Jahrhundert von Gerardus Mercator entwickelt, deren winkeltreue Projektion für die Navigatoren der Seefahrt enorm wichtig war. Nachteil dabei war die sehr verzerrte Widergabe der Größen der Kontinente zueinander. Allerdings ist die Mercator-Projektion nach wie vor weit verbreitet und wird weltweit von Schulen sowie Technologieunternehmen genutzt.
Eine vom deutschen Geografen Arno Peters entwickelte flächentreue Projektion hatte sich in der Vergangenheit nicht durchgesetzt, da bei dieser Darstellung die Form der Kontinente von der tatsächlichen weit abwich. „Bei einer korrekten Darstellung geht es nicht nur um Karten - es geht um Handlungsfähigkeit, Fortschritt und darum, sicherzustellen, dass die Welt Afrika so sieht, wie es wirklich ist", sagte Moky Makura, Exekutivdirektorin von Africa No Filter.
Eine Abstimmung könnte voraussichtlich auf der nächsten UN-Generalversammlung im September erfolgen.
