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Marguerite Gnakadé verhaftet

Politischer Druck in Togo

In Togo wurde die ehemalige Verteidigungsministerin Marguerite Gnakadé in ihrem Haus in einem Wohnviertel von Lomé verhaftet. Die Verhaftung, über die u.a. von lokalen Medien berichtet wurde, erfolgt inmitten zunehmender Spekulationen über die politischen Aktivitäten von  Gnakadé, die die Schwägerin von Machthaber Fauré Gnassingbé ist.

Als Grund für die Verhaftung sagte ein Polizeisprecher, Gnakadé habe sich in den letzten Tagen offen auf die Seite von Aktivisten und Oppositionellen gestellt, die der Regierung kritisch gegenüberstehen und u.a. das Militär aufgefordert, die Regierung zu stürzen. Außerdem habe sie Verbindungen zu Exil-Oppositionellen. Sollte sie aufgrund dieser Anschuldigungen angeklagt und verurteilt werden, drohten ihr zehn bis 20 Jahre Haft. Laut BBC-Meldungen gab es beim Militär „allgemeines Unbehagen in der Kaserne … gegen ihre Verhaftung“, da sie in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin viel für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Soldaten getan habe.

In den letzten Monaten hatte sie Artikel geschrieben, in denen sie Gnassingbé kritisierte und ihn unter anderem aufforderte, zurückzutreten und Platz für einen „friedlichen, inklusiven und nationalen Übergang" zu machen. Sie hat auch Proteste gegen seine Führung unterstützt.

Es wird befürchtet, dass dieser Schritt der togoischen Regierung die politischen Spannungen im Land verschärfen könnte. Die Oppositionsgruppen Touche Pas A Ma Constitution (Fasst meine Verfassung nicht an) und die hauptsächlich von Jugendlichen getragene Bewegung M 66 haben ihre sofortige und bedingungslose Freilassung sowie die aller wegen ihrer politischen Ansichten Verhafteten gefordert. Dies sei ein erneuter Beweis für die „rückschrittlichen Praktiken des Regimes mit dem Ziel, abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen“. Die Gruppen kündigten an, zu landesweiten Demonstrationen aufzurufen, wenn es zu keiner Freilassung käme.

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