atmosfair, eine Umweltorganisation, die CO2-Kompension anbietet und Sustainology, eine ghanaische Umweltinitiative, starten in Akuse eine neuartige Biogasanlage, die bis zu 40 Haushalte mit klimafreundlichem Kochgas versorgt. Akuse liegt am Volta, wenige Kilometer südlich vom Akosombo-Staudamm.
Die Pilotanlage lässt sich dank Fertigbauweise schnell aufbauen. Anders als bei herkömmlichen Biogasanlagen sind keine aufwändigen Betonbauten erforderlich. Sie verarbeitet täglich 1,4 Tonnen organische Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung, Rinderdung oder die invasive Wasserhyazinthe. Daraus entstehen bis zu 60 Kubikmeter Biogas, das anschließend in ballonartigen Behältern durch Mitarbeitende von Sustainology direkt zu den Haushalten transportiert wird. Dort wird es zum Kochen benutzt. Somit ist auch keine aufwändige Leitungsinfrastruktur erforderlich.
Die Anlage reduziert die CO2-Belastung um 190t pro Jahr durch den Ersatz fossiler Brennstoffe und Holz. Darüber hinaus fängt sie die Methanemissionen auf, die bei offener Entsorgung organischer Abfälle entstehen würden.
Zurück bleibt ein nährstoffreicher Gärrest, der als Dünger eingesetzt werden kann und den Kauf chemischer Düngemittel ersetzt. Das spart den nutzenden Bauern Geld und erspart die bei der Produktion von Kunstdünger entstehenden Treibhausgase. Neben den in den landwirtschaftlichen Betrieben von Akuse anfallenden großen Mengen von Rinderdung ist die Nutzung der Wasserhyazinthe ein besonderer Aspekt. Sie gilt in Ghana als großes Umweltproblem und wuchert im Volta-Fluss und anderen Gewässern so stark, dass sie die Fischbestände gefährdet. Sie entzieht dem Wasser Sauerstoff und Licht, in der Biogasanlage wird sie zum Energieträger, ein doppelter positiver Effekt.
atmosfair und Sustainology wollen, wenn sich die Anlage bewährt, in der Region zehn weitere Anlagen errichten und streben eine Verbreitung in ganz Ghana an.
