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Neuer Wirtschaftsplan für Ghana

Präsident will Ökonomie aufbauen, die rund um die Uhr agiert

Ghanas Präsident John Mahama geht eines seiner zentralen Wahlversprechen an: die Wiederbelebung der Wirtschaft des Landes. Dazu, so Mahama, sei es notwendig, die westafrikanische Nation weniger abhängig von traditionellen Wirtschaftszweigen zu machen und eine stärker diversifizierte Wirtschaft aufzubauen. Das will er mit einer sogenannte 24-Stunden-Wirtschaft erreichen. Sie soll nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern Ghana auch von einer importabhängigen zu einer autarken Wirtschaft umwandeln.

Geplant ist, dass verschiedene Branchen täglich in drei Acht-Stunden-Schichten arbeiten, wobei der öffentliche und der private Sektor zusammenarbeiten sollen, um die Wirtschaft rund um die Uhr am Laufen zu halten. Dabei zielt die Initiative zunächst auf Schlüsselbranchen des Landes wie Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe und grundlegende Dienstleistungen ab, könnte aber langfristig auf andere Bereiche ausgeweitet werden.

Mahama will die Wirtschaftsleistung Ghanas steigern, indem die Betriebszeiten wichtiger Branchen und Sektoren von acht Stunden pro Tag auf 24 Stunden verdreifacht werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen mit dieser ehrgeizigen Politik landesweit 1,7 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, was die Arbeitslosigkeit um fünf Prozent senken würde.

Es stellt sich aber die Frage, ob und wie diese Politik praktisch umgesetzt werden kann. Der Ökonom Daniel Anim Amarteye wies darauf hin, dass etwa vier Milliarden Dollar erforderlich seien, um diese 24-Stunden-Politik voranzutreiben. Dabei schuldet Ghana dem Internationalen Währungsfonds (IWF) jetzt schon bereits drei Milliarden Dollar. Auf dem Papier klinge das Programm innovativ und fortschrittlich und habe das Potenzial, die Wirtschaft Ghanas zu transformieren, so Amarteye. Das Programm ziele darauf ab, Arbeitsplätze zu schaffen, die Produktivität zu steigern und Menschen aus der Armut zu befreien. Derzeit seien viele Hochschulabsolventen arbeitslos. Ein solches Programm, wenn es denn funktioniert, würde also das Bruttoinlandsprodukt steigern.

In der Praxis stellt jedoch die Finanzierung eines solchen Programms die größte Hürde dar. Es ist nicht ersichtlich, wer der „private Sektor“ sein soll, von dem Mahama erwartet, dass er zur Finanzierung beiträgt. Die meisten privaten Betriebe in Ghana verfügen nicht über die nötigen Mittel, um ein solches Programm zu fördern. Hier muss also die Regierung die nötigen Gelder bereitstellen, was aber angesichts der jetzt schon immensen Staatsverschuldung sehr schwierig ist. Auch ist die aktuelle Situation der Infrastruktur ein Hindernis, es gibt Probleme mit der zuverlässigen Versorgung mit elektrischer Energie.

Positiv an Mahamas Plan wird gesehen, dass er nicht ausschließlich auf einem Top-down-Ansatz basiert. Obwohl er von seiner Regierung angeführt wird, stützt sich der 24-Stunden-Plus-Plan auf einen kooperativen Ansatz, an dem Gewerkschaften, der Privatsektor und internationale Entwicklungspartner beteiligt sind. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Gleichgewicht zwischen den Beteiligten nicht sichergestellt werden kann und z.B. die größeren privaten Unternehmen mehr Einfluss auf die Umsetzung nehmen und kleine mit ihren speziellen Problemen unberücksichtigt bleiben.

Die 24-Stunden-Wirtschaft ist daher nur eine von mehreren Möglichkeiten, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen zu erreichen. Es müssten parallele Wege gegangen werden, meint Anim Amarteye. Er schlägt vor, die sogenannte One District One Factory (1D1F)-Initiative der Vorgängerregierung Ghanas, die sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen konzentriert, fortzusetzen und auszuweiten. Derzeit ist sie ausgesetzt.

 

Allerdings ist Amarteye darüber hinaus der Ansicht, dass es grundsätzlich an der Haltung der Nation liegt, die Veränderungen bisher verhindert hat und die sich ändern müsse. So würden viele Menschen für die Regierung arbeiten, aber nur wenige ihr vertrauen. Mahama wolle das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Zuverlässigkeit wiederherstellen und transparente und rechenschaftspflichtige Regierungsbehörden schaffen. Aber er geht noch weiter: Die Einstellung zur Arbeit müssten die Arbeitnehmer:innen schon selbst ändern, damit die 24-Stunden-Wirtschaft funktionieren kann. Die Ghanaerinnen und Ghanaer folgen nach seiner Meinung immer noch dem kolonialen Erbe des Schwerpunktes der Ausbildung von Verwaltungsangestellten. Die Zahl der Menschen, die eine handwerkliche und wirtschaftsorientierte Berufsausbildung absolvieren, sei begrenzt, und das müsse sich ändern.

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