Die Musikwelt trauert um den Ghanaer Ebo Taylor. Der Gitarrist, Komponist und Bandleader starb im Alter von 90 Jahren. Taylor prägte sechs Jahrzehnte lang die moderne Popmusik Westafrikas und wird oft als einer der Gründerväter des zeitgenössischen Highlife genannt.
Highlife ist ein Musikstil, der traditionelle afrikanische Rhythmen, Jazz und karibische Musikeinflüsse miteinander verbindet. Taylor war bekannt für seine komplexen Gitarrenlinien und reichhaltigen Bläserarrangements. Später verlegte er seine Arbeit schwerpunktmäßig auf Studiotätigkeiten für andere Musiker und auf den Unterricht an der University of Ghana. Taylors Einfluss reichte weit über Ghana hinaus. Samples und Referenzen von seinen Arbeiten fanden in den 2010er-Jahren unter anderem in Titeln von Usher oder den Black Eyed Peas Verwendung und trugen wesentlich zu seiner weltweiten Wiederentdeckung bei.
Nach einem Schlaganfall 2018 leitete Ebo Taylor seine Musik ohne Gitarre vor allem stimmlich und konzeptionell an, während sein Sohn Henry als Bindeglied im Studio fungierte.
In Ghana und in der Diaspora galt Taylor als Brückenfigur zwischen traditionellen und modernen Klangwelten, deren Werk die Entwicklung populärer afrikanischer Musik stark beeinflusste.
