Zementherstellung ist eine energieintensive und damit klimaschädliche Produktion, da u.a. dafür Zementklinker, ein Gemisch aus Kalkstein, Ton, Quarzsand und Eisenerz, erforderlich ist. Der Klinker wird auf über 1400°C erhitzt, wodurch große Mengen CO2 freigesetzt werden.
In einem Zementwerk in Tema wird anders gearbeitet. Hier wird anstelle von Klinker Ton verwendet, der direkt in der Umgebung gefördert wird. Äußerlich sieht das Material ähnlich aus wie der Klinker. Doch was die Klimabelastung anbelangt, macht es einen deutlichen Unterschied. Beim Erhitzen von Ton wird im Vergleich zu Klinker viel weniger Kohlenstoff freigesetzt. Das neue Werk in Tema ist die weltweit größte Anlage, die den Ton so aufbereitet, dass er den Klinker im Zement teilweise ersetzen kann. Die Erhitzung von Ton findet bei etwa 800 Grad statt, also deutlich niedriger als Klinker.
Wirklich sauber ist die Technologie dennoch nicht. Auch die Tonverarbeitung verursacht Emissionen, und auch der hier hergestellte Zement kommt nicht ganz ohne Klinker aus. Trotzdem wird das neue Werk in Ghana das Klima deutlich weniger belasten als herkömmliche Zementwerke. Um bis zu 40 % soll der CO₂-Ausstoß durch die neue Verfahrensweise reduziert werden. Auch der finanzielle Aufwand ist hoch, um die Fabrik entsprechend umzurüsten. Die Geschäftsführung des Werkes geht aber davon aus, dass es sich lohnt. Der notwendige Klinker muss nach Ghana importiert werden. Der teilweise Ersatz durch den viel billigeren heimischen Ton begünstigt die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.
