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Kap Three Points

Erstes Meeresschutzgebiet in Ghana

Das nun unter Schutz gestellte, über 700 km2 große Areal ist eines der bedeutendsten Meeresgebiete in Ghana. Seine durch den Benguelastrom nährstoffreichen Gewässer beinhalten wichtige Brut- und Aufzuchtgebiete für Fischarten wie Sardinen, Sardellen und Makrelen, die wichtig für die ghanaischen Fischer sind. Dazu schützen seine Mangrovenwälder die Küstenlinie vor Erosion und bieten ebenfalls eine Lebensgrundlage für viele Fischarten. Fisch macht landesweit rund 60 Prozent (je nach Region und Saison sogar zwischen 50 und 80 Prozent) der gesamten Zufuhr an tierischem Protein aus. Er ist damit die primäre Proteinquelle noch vor Geflügel- oder Rindfleisch. Hier zeigt sich besonders die grundlegende Bedeutung dieser Ökosysteme und unterstreicht die Bemühungen für deren nachhaltigen Schutz.

Jahrelange Überfischung, oft durch ausländische industrielle Trawler, Umweltverschmutzung und die sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels haben die Situation der Meeresgebiete vor der ghanaischen Küste erheblich verschlechtert. So wurde z.B. in den letzten 20 Jahren ein Rückgang der Sardellenfänge um 71,5% verzeichnet. Früher ein billiges und nahrhaftes Grundnahrungsmittel, ist es heute ein knappes Gut geworden. Auswirkungen hat der Rückgang auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Da Frauen die Mehrheit in der Fischverarbeitung stellen, hat diese massive Reduktion erhebliche Auswirkungen auf deren Einkommen und die Geschlechtergleichstellung im Land. Diese Folgewirkungen unterstreichen den hohen Wert der Meeresgebiete. Sie stehen im Zentrum miteinander verbundener sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Rückkopplungen, ohne die die ghanaische Gesellschaft nicht funktionieren könnte.

Um den Schutz der Maritime Protection Area (MPA) effektiv und nachhaltig sicherzustellen, wurde für das Gebiet ein Zonierungssystem eingeführt: Kernzonen werden vollständig geschützt, damit sich Fischbestände in hochsensiblen Gebieten erholen können, während Mehrfachnutzungszonen regulierte Fischerei und Gemeinschaftsaktivitäten unterstützen. Dieser Ansatz wird durch strengere Kontrollen zur Bekämpfung illegaler Fischerei und kontinuierliche wissenschaftliche Überwachung unterstützt. Außerdem wurden die betroffenen Küstengemeinden aktiv an der Gestaltung des MPA beteiligt und werden es gemeinsam mit der Regierung und den Partnern verwalten. Dies soll sicherstellen, dass der Schutz nicht nur effektiv, sondern auch gerecht und lokal akzeptiert geführt wird.

Im Juni werden sich Staats- und Regierungschefs in Kenia zur „Our Ocean Conference" versammeln, die zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet. Die dort zu treffenden Entscheidungen stellen einen entscheidenden Punkt dar, um das globale Ziel zu erreichen, mindestens 30 % der Ozeane des Planeten zu schützen.

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