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Kakaoanbau forciert Regenwaldabholzung in Westafrika

Neues Analyseprogramm entwickelt

Die Nachhaltigkeit des Kakaoanbaus war bisher nicht ernsthaft zu beurteilen. Es fehlten Unterlagen, die die genaue Position von Kakaoanbauflächen nachweisen und darüber hinaus dokumentieren, wo Plantagen in geschützte Gebiete vordringen.

Die Kakaoproduktion in der Elfenbeinküste und in Ghana ist nach einer neuen Studie des Magazins „Nature Food“ deutlich größer als bisher angenommen. Daher müsste der Kakaoanbau auch eine Ursache für einen guten Teil der Abholzung des Regenwaldes in der Region sein.

Die Elfenbeinküste und Ghana erzeugen 2/3 der weltweiten Kakaoernte. Trotz der hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bedeutung des Kakaoanbaus war bislang die genaue Ausdehnung und Lage der Plantagen in beiden Ländern weitgehend unbekannt. Aufgrund dieser Unkenntnis war es auch kaum möglich festzustellen, in welchem Umfang die Ausdehnung der Kakaoplantagen für eine Rodung in geschützten Gebieten verantwortlich ist. In der Elfenbeinküste sind nach Schätzungen seit 1950 mehr als 90 % der Waldfläche verloren gegangen, in Ghana sind es über 65 %.

Zur Ermittlung der Plantagenausdehnung hat eine Arbeitsgruppe an der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) Zürich ein Programm entwickelt, das mit Hilfe von frei verfügbaren Satellitenbildern die genaue Lage von mehr als 100 000 Kakaofarmen in der Elfenbeinküste und in Ghana sichtbar macht. Damit wurde es möglich, hochauflösende Karten der Anbaugebiete zu erstellen und die Richtigkeit dieser Karten vor Ort zu überprüfen.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten ergeben, dass der Kakaoanbau in der Elfenbeinküste mit hoher Wahrscheinlichkeit für mehr als 37 % und in Ghana für 13 % des Waldverlustes in geschützten Gebieten verantwortlich sein dürfte. Ein ergänzendes Ergebnis der Studie war, dass die offiziellen Angaben zur Anbaufläche stark von der tatsächlichen Größe abweichen. Die liegt in Ghana um fast 40 % höher als offiziell angegeben.

Die Ergebnisse der Studie stellen die Angaben zur Nachhaltigkeit des Kakaoanbaus in Ghana und der Elfenbeinküste in Frage. Gleichzeitig bieten sie aber auch die Möglichkeit, anhand der Ergebnisse entsprechend gegenzusteuern.

Außerdem können mit Hilfe dieses Programms auch andere Regionen und landwirtschaftliche Flächen in dieser Richtung überprüft werden, vor allem, wo offizielle Angaben nur begrenzte Einblicke gewähren. Für Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsinitiativen bieten sich damit neue Möglichkeiten.

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