In der Geschäftsstelle der NM dürfen wir wieder einen Süd-Nord Freiwilligen begrüßen. Er stellt sich hier selbst vor.
Mein Name ist Daniel Tignapa Susu, ich bin 26 Jahre alt und komme aus Ghana. Ich lebe im Norden Ghanas, genauer gesagt in Tatale. Ich bin in Tatale aufgewachsen, wo ich meine Schulausbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe absolviert habe. Die Grundschule besuchte ich in Tatale R/C, die Oberstufe an der Tatale EP Agric Senior High School. Die Gegend, aus der ich stamme, ist als landwirtschaftlich geprägtes Gebiet bekannt, sodass sich jeder junge Mensch von dort stets in der Landwirtschaft engagiert. Nach meinem Abschluss an der Oberstufe hatte ich daher keine andere Wahl, als in die Landwirtschaft einzusteigen. Denn das war die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen, um meine Ausbildung fortzusetzen. Während ich in der Landwirtschaft tätig war, unterrichtete ich gleichzeitig an einer der Privatschulen in Tatale, der Tatale Kings Gate International School. Dort leitete ich eine Klasse und unterrichtete etwa acht Fächer; die Schüler:innen waren mit etwa 18 Jahren schon deutlich älter.
In der Kirche war ich Jugendbeauftragter der Tatale EP-Gemeinde und habe eng mit dem Pastor zusammengearbeitet. Ich habe den Pastor auf vielfältige Weise unterstützt. Zur Gemeinde Tatale gehören elf EP-Kirchen, und nicht alle befinden sich innerhalb der Kommune Tatale; zu einigen muss man stundenlang fahren, um dorthin zu gelangen. Deshalb habe ich den Pastor immer mit dem Motorrad zum jeweiligen Ort begleitet und ihm bei der Übersetzung vom Englischen ins Konkomba und vom Konkomba ins Englische geholfen, da nicht alle Menschen in Tatale Englisch verstehen und nicht alle Pastoren, die nach Tatale kommen, die Konkomba-Sprache beherrschen. Die am häufigsten gesprochenen Sprachen in Tatale sind Konkomba und Bassari, das die meisten Menschen „Likpakpaln“ nennen. Das erschwert die Arbeit für den Pastor und die Menschen, daher stelle ich mich für Übersetzungen zur Verfügung. Außerdem gibt es in Tatale zahlreiche verschiedene Kulturen und Ethnien in den Gemeinden, was Übersetzungen bei Gottesdiensten und anderen kirchlichen Aktivitäten unverzichtbar macht.
Meine Erwartungen für dieses Jahr sind: Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Menschen, mit denen oder in deren Umfeld ich tätig sein werde. Außerdem erhoffe ich mir einen guten Teamgeist und eine gute Kommunikation. Eine weitere Erwartung ist eine klare Anleitung bei der Arbeit und Einblicke in die Arbeit der Norddeutschen Mission. Da es sich bei diesem Programm um einen interkulturellen Austausch handelt, ist meine größte Erwartung, innerhalb dieses Jahres mehr über die deutsche Kultur zu lernen und gleichzeitig meine eigene Kultur auf jeder sich bietenden Plattform zu präsentieren. Das Erlernen der Sprache ist eine weitere meiner Erwartungen, da sie das wichtigste Kommunikationsmittel ist; daher freue ich mich darauf, die deutsche Sprache als eine meiner Prioritäten zu erlernen. Ich denke, mit all dem wird mein Freiwilligenjahr erfolgreich verlaufen.
