Ghana hat im August die elfte Gruppe von Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine zurückgeholt. Nach Angaben der Regierung sind 62 Menschen aus Ghana ums Leben gekommen und 15 werden weiterhin vermisst, nachdem sie – vielfach unter falschen Versprechungen angeworben – in den Krieg geraten waren.
Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa sprach das Thema bei einem offiziellen Besuch in Moskau an, wo er am 17. August mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammentraf. Ablakwa forderte eine Zusammenarbeit, um die illegale Rekrutierung junger Ghanaer:innen zu beenden, und warb für einen von Afrika geführten Friedensplan zur Beilegung des Konflikts. Neben Männern, die als Soldaten an die Front geschickt werden, sind auch Frauen betroffen: Sie werden mit dem Versprechen regulärer Arbeit angeworben und landen in russischen Fabriken zur Herstellung von Kampfdrohnen.
Der Besuch stand zugleich im Zeichen eines Ausbaus der Beziehungen zwischen Accra und Moskau. Beide Seiten unterzeichneten ein Abkommen zur Befreiung von der Visumpflicht für Inhaberinnen und Inhaber von Diplomaten- und Dienstpässen – die erste Vereinbarung dieser Art seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1958.
