Die Berichterstattung über Umweltprobleme in Togo ist voller Hindernisse. Eine gemeinsame Untersuchung des togoischen investigativen Journalistenbundes Truth Reporting Post (TRP) und von Reporter ohne Grenzen (RSF) beleuchtet die Herausforderungen, denen Journalist:innen beim Einstieg in dieses Feld gegenüberstehen.
Abholzung, unregulierter Bergbau, industrielle Verschmutzung, illegaler Handel mit natürlichen Ressourcen – es gibt viele Umweltprobleme in Togo. Die Berichterstattung darüber ist aber problematisch. Journalisten, die es wagen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, gehen hohe persönliche Risiken ein, bis hin zu körperlichen Attacken. Sie setzen sich mit Kräften auseinander, die ihre wirtschaftlichen Interessen durch die Berichterstattung bedroht sehen und über starken Einfluss in allen politischen und gesellschaftlichen Kreisen verfügen.
Diese Arbeit ist aber unverzichtbar, denn der Schutz der Umwelt kann nicht zur Debatte stehen. Daher ruft die TRP zu Solidarität und Zusammenarbeit von Journalist:innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf. Neben Bedrohungen von Journalisten werden oftmals auch ihre Informanten eingeschüchtert, die dann nicht mehr bereit sind, ihre Informationen weiterzugeben. Auch stellen finanzielle Beschränkungen große Hürden dar, denn eine solide Berichterstattung ist auf gründliche Recherchearbeit angewiesen, die mit Zeit, Ausrüstungs- und Reisekosten verbunden ist. Außerdem fehlt es oftmals an spezialisierter Ausbildung. Die Arbeit über Themen wie Abholzung, industrielle Verschmutzung oder Biodiversität erfordert eine Kombination aus journalistischer und wissenschaftlicher Expertise, die traditionelle Journalismus-Ausbildungsprogramme in der Regel nicht bieten. Auch hier fordern TRP und RSF umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Aber im gegenwärtigen politischen Klima Togos ist dies alles nur schwer zu verwirklichen.
