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Eindrücke vom Freiwilligenseminar

Konflikt, Stereotype und kulturelle Vielfalt

Daniel Susu, der ghanaische Süd-Nord-Freiwillige in der NM-Geschäftsstelle, berichtet vom Zwischenseminar der Süd-Nord-Freiwilligen in Wuppertal.

Im September waren wir Freiwilligen der NM gemeinsam mit den Freiwilligen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) bei unserem Zwischenseminar in Wuppertal. Drei Themen standen im Mittelpunkt, die uns in unserer täglichen Arbeit immer wieder begegnen: der Umgang mit Konflikten, Stereotype und kulturelle Unterschiede. Einander zu verstehen, so wurde mir dort klar, ist keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass Zusammenarbeit überhaupt gelingt.

Am meisten überrascht hat mich, dass ein Konflikt gar nichts Schlechtes sein muss. Wenn man respektvoll miteinander umgeht, kann er sogar zu besseren Ideen und stärkeren Beziehungen führen. Es kommt darauf an, nicht die Diskussion gewinnen zu wollen, sondern die andere Seite zu verstehen. Zuzuhören und zu fragen „Warum siehst du das so?" – statt zu fragen, wer recht hat – ist dabei oft der entscheidende Schritt.

Wir haben auch darüber gesprochen, wie unser Gehirn Menschen ganz automatisch in Schubladen steckt. Das ist normal, aber wenn man solche Stereotype nie hinterfragt, entstehen schnell Mauern und Missverständnisse. Das Seminar hat uns ermutigt, kurz innezuhalten und unsere eigenen Annahmen zu prüfen – und dabei zwischen einer harmlosen Verallgemeinerung und einem Vorurteil zu unterscheiden, das verletzt.

Wenn Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern zusammenkommen, gibt es natürlich viele kulturelle Unterschiede. Wir haben gemerkt, wie verschieden wir mit Zeit, Hierarchie oder Rückmeldungen umgehen und wie unterschiedlich wir miteinander reden. Was in dem einen Land als angenehm direkt gilt, wirkt in einem anderen vielleicht unhöflich. Was da hilft, ist Neugier – und die Bereitschaft, nachzufragen, statt gleich zu urteilen.

Der schönste Moment war für mich, als alle von ihren eigenen Erfahrungen erzählt haben – von Missverständnissen, aus denen am Ende etwas Wertvolles wurde. Solche Gespräche zeigen, welche unbewussten Vorurteile jede und jeder von uns mit sich trägt und wie sie unsere Entscheidungen und unsere Zusammenarbeit beeinflussen. Dieses Seminar hat mir nicht nur Wissen mitgegeben, sondern vor allem einen offeneren Blick für die Menschen um mich herum.

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