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Ein Bett mit Fernseher

Eindrücke aus einem deutschen Krankenhaus

Daniel Susu, der ghanaische Süd-Nord-Freiwillige in der NM-Geschäftsstelle, berichtet von seiner Erfahrung als Patient in einem deutschen Krankenhaus.

Ich bin nun seit einigen Monaten hier. Vor Kurzem ging es mir nicht gut und ich musste ins Krankenhaus. Inzwischen bin ich wieder gesund, aber die Erfahrung hat mir viel zu denken gegeben, denn sie war ganz anders als das, was ich von zu Hause kenne. Ich möchte einige der Dinge teilen, die mir besonders aufgefallen sind.

Das Erste, was mich überrascht hat, war der Weg, auf dem man überhaupt ins Krankenhaus gelangt. Hier in Deutschland scheint es so zu sein, dass die meisten Menschen ihren eigenen Arzt haben, zu dem sie gehen, wenn es ihnen nicht gut geht. Dieser Arzt entscheidet dann, ob man ins Krankenhaus muss oder nicht. In Ghana geht man normalerweise direkt selbst ins Krankenhaus, ohne vorher eine Ärztin aufzusuchen. Das war ein kleiner Kulturschock für mich, weil es völlig neu war, aber ich fand es sehr interessant, als ich verstanden hatte, wie es funktioniert.

Im Krankenhaus selbst fiel mir vor allem auf, wie das Personal mit den Menschen umging. Soweit ich es erlebt habe, wurden alle mit Freundlichkeit und Respekt behandelt, ganz gleich, wer sie waren – ob jemand eine Behinderung hatte oder gesund war, schwarz oder weiß, reich oder arm. Besonders berührt hat mich, zu sehen, wie Menschen mit Behinderungen von Pflegekräften und Ärzt:innen unterstützt wurden, selbst wenn keine Angehörigen da waren, um zu helfen. In den Krankenhäusern, die ich in Ghana kennengelernt habe, hatte ich manchmal das Gefühl, dass nicht alle gleich behandelt wurden und dass Menschen mit Behinderungen oder mit wenig Geld nicht immer dieselbe Versorgung bekamen.

Eine Sache, vor der ich Angst gehabt hatte, war die Sprache. Aber die Pflegekräfte und Ärzt:innen fanden immer einen Weg, wie wir uns verständigen konnten, und am Ende war das nie ein wirkliches Problem.

Etwas anderes, das mich überrascht hat, war, dass das Krankenhaus selbst für Essen und Getränke für die Patient:innen sorgte. Das war völlig neu für mich. In Ghana sind es meist die Angehörigen oder Freunde, die einem kranken Menschen Essen bringen, weil es als ihre Aufgabe gilt, sich auf diese Weise um ihn zu kümmern. Hier übernimmt das Krankenhaus diese Verantwortung.

Mir fiel auch auf, dass jedes Bett einen eigenen Fernseher hatte, auf dem man etwas schauen kann, wenn einem langweilig oder traurig zumute ist. Solche kleinen Dinge können einen großen Unterschied machen. In Ghana haben die Krankenhäuser nicht die Mittel für so etwas.

Schließlich hat mich beeindruckt, wie zuverlässig das Personal mit der Zeit umging. Wenn eine Pflegekraft sagte, sie sei in zehn Minuten zurück, kam sie tatsächlich zu dieser Zeit wieder. Pünktlichkeit bedeutet viel, wenn jemand krank ist, und das habe ich während meines Aufenthalts sehr geschätzt. Der Krankenhausaufenthalt war eine interessante Erfahrung für mich, und ich bin dankbar, dass ich in einem Moment, in dem ich weit weg von zu Hause war, so gut versorgt wurde.

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