Auf Initiative Togos hat die UN-Generalversammlung eine Resolution verabschiedet, die weltweit für flächentreue Weltkarten wirbt. Ziel ist, Afrika endlich in seiner tatsächlichen Größe zu zeigen.
Auf der gängigen Weltkarte wirkt Grönland fast so groß wie Afrika. In Wirklichkeit ist Afrika rund 14-mal größer. Der Grund ist die Mercator-Projektion aus dem Jahr 1569: Sie wurde für Seefahrer entwickelt und vergrößert Regionen umso stärker, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Europa und Nordamerika erscheinen dadurch aufgebläht, Afrika dagegen geschrumpft. Trotzdem ist sie bis heute Standard in Schulen, Medien und Kartendiensten.
Das soll sich ändern. Unter der Führung von Togos Außenminister Robert Dussey und mit Rückendeckung der Afrikanischen Union hat die Generalversammlung am 4. September die Resolution angenommen. Sie ermutigt Regierungen, Schulen und Tech-Unternehmen, flächentreue Karten wie die „Equal Earth“-Projektion zu verwenden. Das Ergebnis war deutlich: 164 Staaten stimmten dafür, darunter auch Deutschland. Nur die USA stimmten dagegen, sechs Länder enthielten sich. Frankreich kündigte sogar an, Mercator für seine Weltkarten aufzugeben.
Die Resolution ist nicht bindend, und Mercator wird nicht über Nacht verschwinden. Doch für Togo ist sie ein großer diplomatischer Erfolg. Und sie erinnert daran, dass Karten mehr als Geografie abbilden: Sie prägen, wie wir die Welt und ihre Kontinente wahrnehmen.
