Nach einer monatelangen Hängepartie wurde in Togo am 8. Oktober die erste Regierung nach der neuen Verfassung vorgestellt. Mit dem neuen Kabinett und der neuen staatlichen Führung wird die Umstellung vom bisherigen präsidialen System abgeschlossen. Aufgrund der neuen Struktur kann zukünftig Langzeitmachthaber Fauré Gnassingbé seine Macht ohne zeitliche Beschränkung fortsetzen.
Die Regierung setzt sich aus 27 Mitgliedern, davon 17 Minister:innen, zusammen, wobei das Verteidigungsministerium von Gnassingbé selbst besetzt wird. Die frühere Verteidigungsministerin, Marguerite Gnakadè, wurde verhaftet. Ihr wird vorgeworfen, sie habe sich offen auf die Seite von Aktivisten und Oppositionellen gestellt und u.a. das Militär aufgefordert, die Regierung zu stürzen.
Eine Besonderheit stellt das neugeschaffene Ministerium für Wirtschaft und Strategisches Monitoring dar, welches Badanam Patoki übernimmt. Die neue Struktur schafft ein wirtschaftliches Mega-Ministerium, das drei stellvertretende Minister unter Patokis Führung stellt: Manuela Modukpe Santos für Investitionsförderung, Industrie und wirtschaftliche Souveränität; Robert Kofi Mensah Eklo für Energie und mineralische Ressourcen; und Kossi Tenou, ehemaliger Landesdirektor der Zentralbank der westafrikanischen Staaten (BCEAO), für Handel und Qualitätskontrolle. Diese strategischen Aufgaben stellen Patoki in den Mittelpunkt der nationalen Wirtschaftspolitik und decken Industriepolitik und Wettbewerbsfähigkeit, Energiewende und Binnenmarktregulierung ab. Patoki war vorher u.a. Leiter der Finanzmarktaufsichtsbehörde der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (WAEMU).
