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19.05.2020

Ausbeuterische Kinderarbeit im Kakaoanbau deutlich gestiegen

Gefährliche Lage in Ghana und der Elfenbeinküste

Das National Opinion Research Center (NORC) der Universität Chicago hat in seinem jüngst veröffentlichten Bericht detailliert darauf hingewiesen, dass sich die Lage für Kinder in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert hat. Dazu wurden Daten verglichen, die für die Jahre 2008/09, 2013/14 und 2018/19 zur Verfügung stehen.

Kinderarbeit ist in Ghana und der Elfenbeinküste weit verbreitet. Der NORC-Bericht konzentriert sich auf die „ausbeuterische Kinderarbeit“, wie sie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) beschreibt. Dazu zählen übermäßige Arbeitsbelastung und die Ausübung gefährlicher Tätigkeiten.

Die Ergebnisse sind niederschmetternd: In der Elfenbeinküste und in Ghana stieg zwischen 2008/09 und 2018/19 der Anteil der Kinder, die in der Kakaoproduktion gefährliche Kinderarbeit verrichten, von 30 auf 41 Prozent – dies betrifft insgesamt rund zwei Millionen Kinder! Als gefährliche Arbeit gelten der Gebrauch scharfer Werkzeuge wie Macheten, das Tragen schwerer Lasten, Rodungsarbeiten sowie die Verwendung von Chemikalien. Gerade der Anteil der Kinder, die Chemikalien ausgesetzt sind, hat sich in den vergangen zehn Jahren von 5 Prozent auf 24 Prozent fast verfünffacht!

Immerhin ist positiv zu vermerken, dass der Schulbesuch sich verbessert hat. Bei den Fünf- bis Elfjährigen sei der Anteil von 80 Prozent auf 94 Prozent gestiegen, bei den 15- bis 17-Jährigen von 64 auf 79 Prozent.

Die entwicklungspolitische Organisation Inkota* engagiert sich seit vielen Jahren gegen Kinderarbeit und für die Einhaltung von Menschenrechten. Angesichts des aktuellen NORC-Berichts fordert die Organisation, die Bundesregierung müsse ein Lieferkettengesetz verabschieden, mit dem Unternehmen weltweit zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit verpflichtet würden.

Außerdem müssten Unternehmen ihre Anstrengungen im Kampf gegen Kinderarbeit intensivieren und bereit sein, die Kosten für die Einrichtung von Überwachungssystemen zu tragen. Und: Unternehmen müssen endlich existenzsichernde Kakaopreise zahlen, um die Armut der Kakaobauernfamilien zu beenden und somit der Hauptursache für Kinderarbeit die Grundlage entziehen.

Für Ghana hieße dies z.B., das Einkommen einer durchschnittlichen Kakaobauernfamilie müsste sich etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein, in der Elfenbeinküste sogar fast verdreifachen!

Nach unabhängigen Berechnungen würde ein existenzsichernder Kakaopreis in der Elfenbeinküste bei fast 3200 Dollar pro Tonne liegen. Aktuell erhalten die Kakaobauern laut Inkota aber nur etwa 1500 Dollar pro Tonne. Und für die Importländer und die VerbraucherInnen hierzulande hieße dies, einen höheren Verkaufspreis für Schokolade zu bezahlen!

(* Das INKOTA-netzwerk e.V. ist eine unabhängige entwicklungspolitische Organisation mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1971 als ökumenischer Arbeitskreis in der DDR gegründet und arbeitet seit 1990 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin.)

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