Eine ausgesprochen ökumenische Einrichtung ist das Trinity College in Ghana. Hier verbindet Angehörige vieler unterschiedlicher evangelischer Kirchen das gemeinsame Studium der Theologie.
„Das Trinity College gibt uns viele Möglichkeiten", Comfort Tutu, Grace-Ivy Mensah und Edem Dzata sind begeistert. Die drei Katechisten (Diakone) sind nach Legon gekommen, um hier – zwölf Kilometer von der ghanaischen Hauptstadt Accra entfernt – im Trinity College ihre Ausbildung fortzusetzen und Theologie zu studieren. „Es gibt verschiedene Abschlüsse, die wir wählen können: von einer einjährigen Einführung über zwei- und dreijährige Studiengänge bis zum Master und der Promotion."
Getragen wird das 1942 gegründete College von fünf Kirchen, darunter der Evangelical Presbyterian Church, Ghana. Weitere Kirchen schicken Studenten zur Ausbildung, können sich allerdings nicht an der Finanzierung beteiligen. Die Mehrzahl der Studierenden ist eher dem charismatischen Flügel zuzuordnen. „Das macht die Diskussionen spannend," meint Comfort Tutu. „Und außerdem haben sich auch die traditionellen Kirchen mittlerweile geändert, sie lassen mehr charismatische Elemente zu, im Gottesdienst wird getrommelt, geklatscht, neben Englisch werden afrikanische Sprachen gesprochen. Insgesamt gibt es da nicht mehr so eine strikte Trennung. Das kommt den Menschen auch entgegen."
Insgesamt sind 300 Studierende eingeschrieben, was eine Verdreifachung in den letzten acht Jahren bedeutet. Probleme gibt es deshalb bei der Unterbringung. Zimmer, die für eine Person gedacht waren, müssen jetzt mit drei oder vier Studenten belegt werden. Das gleiche Problem gilt auch für die Lehrenden. Zehn sind in Vollzeit angestellt, 15 bis 20 können nur in Teilzeit arbeiten, da es keine Unterbringung für sie gibt. Sie sind gezwungen, eine zusätzliche Stelle anzunehmen, die auch eine Wohnmöglichkeit beinhaltet.
Besser sieht es mit der Bibliothek aus. Sie konnte mit Unterstützung des Ev. Missionswerkes in Südwestdeutschland (EMS), aber auch mit Kollekten und Eigenmitteln renoviert werden. „Aber um unsere Studienmöglichkeiten zu verbessern, würden wir gern Internetzugang haben. Das fehlt noch und würde uns sehr helfen", meint Grace-Ivy Mensah. Die Gebühren für die Studenten sind hoch, ohne Stipendien wäre es kaum jemandem möglich, sich einzuschreiben. „Unsere Kirchen helfen uns da sehr", meinen die beiden Katechistinnen. „Trotzdem müssen wir auch noch Eigenbeiträge zahlen. Das sind 500.000 Cedis (50 Euro) pro Semester. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb zur Zeit nur 10 Prozent der Studierenden weiblich sind. Wenn die ganze Familie für die Ausbildung zusammenlegen muss, überlegt man sich das leider immer noch genauer, wenn es um eine Frau geht."
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