Seelsorge in Togo (MP 1210)

Pastor Agbenyo Amedodzi ist Leiter der Abteilung „Seelsorge/Diakonie“ der EEPT.

Seelsorge ist für die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) unverzichtbar. Pastoren und Katechisten mit entsprechender Ausbildung werden in Krankenhäusern, an der Universität, im Gefängnis und bei der Betreuung von alten Menschen eingesetzt.

Leiter der Abteilung „Seelsorge/Diakonie“ der EEPT ist seit einigen Jahren Pastor Agbenyo Amedodzi. „Ich habe an der Universität Straßburg Kommunikation und Praktische Theologie studiert“, erzählt der 51jährige. „Das war schon mal eine gute Grundlage. Dann habe ich noch zusätzlich zum Theologie-Studium eine spezielle Ausbildung in Kamerun gemacht. Das hilft mir viel bei der Arbeit.“

Ein Teil seiner Arbeit ist die Krankenhausseelsorge. In drei Krankenhäusern in der togoischen Hauptstadt Lomé setzt die Kirche jeweils einen Katechisten (Diakon) ein. Zwei Pastoren sind im Bethesda-Krankenhaus am Agou-Berg bei Kpalimé tätig. Allerdings in Teilzeit, sie sind gleichzeitig auch Gemeindepastoren. „Die Arbeit in Krankenhäusern ist unser größter Bereich“, erklärt Amedodzi. „Außerdem sind noch zwei Kollegen von mir, Pastor Mensah und Pastor Tameglu, mit der Betreuung von alten Menschen und der Gefängnisseelsorge beauftragt. Der Bedarf ist immens, aber wir haben einfach zu wenig Stellen, um alles vollständig abdecken zu können.“

Der Abteilungsleiter lädt seine Kollegen regelmäßig zu informellen Treffen ein, die dem gegenseitigen Austausch dienen. Genauso regelmäßig wird die Arbeit gemeinsam mit dem Synodalsekretär (Mitglied der Kirchenleitung) ausgewertet. „Und wir bemühen uns immer um Fortbildungen“, berichtet Agbenyo Amedodzi. „Vor kurzem haben wir an einem Seminar für Krankenhausseelsorger aller Kirchen teilgenommen. Da kamen sogar 17 Kollegen aus Benin dazu. Der Referent, ein Supervisor aus der Schweiz, hat uns gezeigt, wie wir die Zeichen der Kranken besser verstehen können. Es ist ja so, dass viele Patienten - sei es, weil sie so schwer verletzt sind, sei es aus seelischer Not – mit Worten nicht genau ausdrücken können, was sie brauchen. In diesem Seminar haben wir gelernt, Zeichen zu deuten, Körperhaltungen zu interpretieren. Ich bin sicher, jetzt können wir den Menschen besser helfen.“

Pastor Amedodzi hat noch weitere Pläne, er möchte gern ein Projekt „Sterbebegleitung“ anschieben: „Wir könnten spezielle Ausbildungen anbieten, Ehrenamtliche einbinden. Im Moment beten wir für und mit den Todkranken. Aber es gäbe noch so viel mehr Möglichkeiten, wenn man die finanziellen Mittel hätte.“

Regelmäßig ist Amedodzi an der Universität von Lomé als Seelsorger tätig. Jeden Sonntag bietet er einen Gottesdienst an, jeden Mittwoch eine Gesprächsgruppe. Die Probleme der Studenten seien hauptsächlich finanzieller Art. Um die Studiengebühren aufzubringen, müssten sie an anderen Dingen radikal sparen. „Und das kann gefährlich werden“, meint der Seelsorger, „wenn es nicht nur um Bücher und Fotokopien sondern um Nahrung und Gesundheit geht. Wir versuchen dann, finanzielle Unterstützung zu organisieren, indem wir  Einzelpersonen ansprechen oder eine Gemeinde um die Sonntagskollekte bitten.“

Für den Pastor und zweifachen Familienvater ist klar: Evangelium und Diakonie müssen miteinander verbunden sein: „Wenn die Kirche nur predigt und keinerlei Lösungen und praktische Hilfen anbietet, werden die Menschen müde.“ Voller Begeisterung erzählt er von einer Reise nach Deutschland, bei der er die hiesige Diakonie kennengelernt hat. Aber da gibt es eben auch eine andere finanzielle Basis.

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