Radio Ephphata / Togo (MP 1007)

Viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für das Radio.

In Afrika, wo viele Menschen nicht lesen können, hat das Radio eine viel größere Bedeutung als bei uns. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) hat die Chance, die darin liegt, wahrgenommen und ein eigenes Radio gegründet. In der Hauptstadt Lomé, im Süden des Landes, sendet Radio Ephphata seit zwei Jahren ein abwechslungsreiches nicht-kommerzielles Programm.

Pastor Christophe Kpodzia sitzt an einem einfachen Holztisch. Er hat seine Kopfhörer abgenommen und erzählt von der Entstehung des Radios. Vor einigen Jahren begann auf der Synode die Diskussion über die Möglichkeiten, wie die Kirche ihr Anliegen besser verbreiten könnte. Die Idee eines eigenen Radios war geboren. Eine Gruppe mit zehn Mitgliedern setzte sich zusammen, um ein Konzept zu erarbeiten.

Fünf Jahre kämpften sie darum, vom Staat eine Frequenz zu erhalten. Anfang 2007 war es soweit: Der Staat bot der Kirche FM 105.1 an. "Und dann gerieten wir gleich unter Druck", erzählt Pastor Kpodzia. "Wir hatten mit unserem Radio-Komitee innerhalb der EEPT fleißig Spenden gesammelt. Jetzt mussten wir aber viel für die Frequenz bezahlen. Und der Staat stellte uns als Bedingung, innerhalb von drei Monaten den Sendebetrieb aufzunehmen. Deshalb mussten wir wieder Geld sammeln, um die technische Ausrüstung kaufen zu können."

Das Vorhaben gelang. Seit dem 10. Juli 2007 ist FM 105.1 Radio Ephphata auf Sendung. Das "Studio" und die Büroräume stellte das College Protestante, das Evangelische Gymnasium in Lomé, zur Verfügung. Christophe Kpodzia ist der einzige Hauptamtliche, ihm zur Seite stehen 14 ehrenamtlich Mitarbeitende.

Das Programm enthält viel kirchliche und klassische Musik, Gottesdienste und Informationssendungen über Familie, Gesundheit und Umwelt. "Leider ist unsere Reichweite nicht so groß", bedauert der Rundfunkbeauftragte. "Wir würden gern in den verschiedenen Lokalsprachen Programm machen und eine Sendestation auf dem Agou-Berg haben, dann könnten wir weiter ins Landesinnere senden. Aber das kostet Geld. Dafür müssten erheblich mehr Gemeinden ihre Kollekten für uns zur Verfügung stellen."

Radio Ephphata - der Name bedeutet "Öffne Dich" - sendet von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Die Reaktion der Hörerinnen und Hörer ist enorm. Viele rufen an, um ihre Meinung zu einem Thema zu sagen oder um den Radio-Mitarbeitern Mut zu machen. "Wir bekommen sehr viel Rückmeldung", erzählt Christophe Kpodzia. "So nehmen wir wahr, wer uns hört. Wir hatten sogar einmal einen Anruf aus Tado, aber bei der Entfernung ist das sehr stark vom Wetter und der Tageszeit abhängig. In Lomé und engerer Umgebung werden wir von vielen gehört: Taxifahrer stellen unsere Frequenz ein, somit hören uns auch die Fahrgäste. Seeleute, deren Schiffe in Lomé im Hafen liegen, haben sich schon gemeldet. Selbst Muslime gehören zu unseren Hörern. Als wir einmal zwei Tage nicht senden konnten, war die Empörung der Hörerschaft groß." Dabei hat Radio Ephphata jede Menge Konkurrenz. Die Katholische Kirche und die Pfingstkirchen - sie alle betreiben ein Radio, auch die Muslime.

Der Bedarf ist so groß, dass die EEPT die Wünsche nicht mehr abdecken kann. Der Sender bräuchte mehr geschulte Mitarbeiter und einen größeren Etat. Allein die Energiekosten sind sehr hoch. "Aber es lohnt sich wirklich“, Pastor Kpodzia ist überzeugt von seiner Arbeit. "Zum Beispiel im Krankenhaus: die EEPT hat nicht genug Seelsorger für die Kranken - aber das Radio läuft mit FM 105.1. Für viele Patienten ist das ein großer Trost."

© Norddeutsche Mission 2009