Gute Lehrerinnen und Lehrer sind enorm wichtig für die Entwicklung eines Landes. Die Evangelical Presbyterian Church unterhält daher im Norden Ghanas, in Bimbilla, eine Lehrerausbildungsstätte mit hohem Niveau, die zudem einen Beitrag für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen leistet.
„Wir bilden Lehrerinnen und Lehrer für die Grundschule und die Sekundarstufen aus", erzählt Abdulai Abu-Wemah, Direktor des E.P.Church Teachers Training College in Bimbilla. „Ich bin jetzt seit sechs Jahren hier, und wir konnten das Niveau kontinuierlich anheben. Mittlerweile bieten wir auch Diplomkurse an, das ist ein großer Fortschritt." Der Stundenplan der Ausbildungsstätte umfasst zusätzlich zu den klassischen Fächern, die Studierende für das Lehramt benötigen, weitere Kurse. Das sind vor allem lokale afrikanische Sprachen, Landwirtschaft, Computer-Kenntnisse sowie Musik und Tanz. Auch die Beschäftigung mit HIV/AIDS ist Teil des Curriculums.
„Außerdem gehört Religion dazu", ergänzt Abu-Wemah. „Wir haben einen Schulpastor der E.P.Church, der unterrichtet und auch als Seelsorger für unsere Studenten zur Verfügung steht. Für uns sind Religion und Spiritualität sehr wichtig. Unsere Schüler gehören verschiedenen Religionen an, die meisten sind Christen und Muslime, jeweils zu gleichen Teilen. Hier bei uns lernen sie sich kennen und respektieren, erfahren, dass es möglich ist, friedlich gemeinsam zu lernen und zu leben." An den Morgenandachten nehmen alle teil, man singt zusammen, feiert Feste. Die Christen werden zu islamischen Feierlichkeiten eingeladen, manche fasten im Ramadan gemeinsam mit ihren muslimischen Kommilitonen. Das College in Bimbilla ist so für viele Menschen im Norden Ghanas zu einem Symbol geworden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen gegeben und also auch zwischen Christen und Muslimen. Die E.P.Church-Einrichtung hingegen zeigt, dass ein friedvolles Miteinander möglich ist.
„Unser College hat einen guten Ruf", sagt der Direktor stolz. „Die Anzahl unserer Studierenden bleibt in etwa konstant. In diesem Jahr haben 130 bei uns angefangen, davon sind 55 weiblich. Das ist fast die Hälfte. In der vorherigen Generation war das leider nicht der Fall. Man sieht es an unserem Lehrpersonal: unter den 32 Dozenten sind nur zwei Frauen. Das ist sehr, sehr schade. Aber die neue Entwicklung macht uns Hoffnung." Die Beschäftigungsaussichten nach der Ausbildung haben sich ebenfalls verbessert. Alle Absolventen des E.P.Church-Teachers Training College erhalten jetzt vom ghanaischen Staat eine Stelle in einer Schule.
Abdulai Abu-Wemah möchte den Standard der E.P.Church-Lehrerausbildung gern erhalten. Dafür benötigt er jedoch finanzielle Unterstützung: „Das Niveau des Unterrichts hängt natürlich maßgeblich von den Dozenten ab. Und die guten kommen und bleiben nur, wenn wir ihnen eine angemessene Unterbringungsmöglichkeit anbieten können. Entsprechende Häuser müssen aber noch gebaut werden."
© Norddeutsche Mission 2007