Lehrerausbildung in Amedzofe / Ghana (MP 1008)

Das tropische Klima beschleunigt den Verfall der Gebäude.

Gerade in afrikanischen Ländern bedeutet Bildung eine bessere Zukunft. Eine neue, gut ausgebildete Generation kann dafür sorgen, dass sich die Lebensbedingungen zum Positiven verändern. Deshalb unterhält die Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana eine Ausbildungsstätte für Grundschullehrerinnen und -lehrer. Lehrkräfte, die motiviert sind und einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, unterrichten besser und mit nachhaltigem Erfolg.

"Wir sind stolz auf unsere lange Geschichte", sagt Mary Eleblu, Finanzbuchhalterin des Evangelical Presbyterian Training College in Amedzofe. "Wir konnten vor 15 Jahren das hundertjährige Bestehen unserer Einrichtung feiern, schon vor so langer Zeit wurde das Seminar von deutschen Missionaren gegründet. Das kann man sich heute kaum vorstellen." Im Laufe der Zeit gab es durch die beiden Weltkriege immer wieder Schließungsperioden, seit 1946 jedoch besteht das College durchgehend unter der Führung der E.P.Church.

"Viele Lehrerinnen und Lehrer haben wir bereits hier ausgebildet", erzählt Mary Elemenu. Sie weist mit der Hand über das hügelige Gelände. "Schön ist es hier. In der Regenzeit haben wir jedoch sehr mit den Zufahrtswegen zu kämpfen. Der Zustand der Straßen ist so schlecht, dass man kaum durchkommt.

Außerdem haben wir ein Problem mit der Wasserversorgung. Es gibt nur Zisternen. Die speichern aber im Verhältnis zur hohen Schülerzahl zu wenig Wasser." Die Anzahl der Studentinnen und Studenten ist wegen verschiedener Werbeaktionen und dank der Qualität der Ausbildung stetig gestiegen. Zur Zeit werden 514 Studierende von 26 Lehrkräften unterrichtet. Die Ausbildung dauert drei Jahre und gliedert sich in zwei Jahre Theorie und ein Jahr Praktikum in der Schule. Der Schulpastor der E.P.Church unterrichtet das Fach "Religion", hält jeden Abend eine Andacht und begleitet die Studenten und Lehrer als ihr Seelsorger.

Die Finanzchefin des Colleges hat es angesichts der neuen Entwicklung nicht leicht: "Wir freuen uns sehr über den Anstieg der Zahlen unserer Schüler. Aber wir brauchen natürlich auch die entsprechende Ausstattung. Der Speisesaal ist zu klein, so dass die Studierenden in mehreren Gruppen nacheinander essen müssen. Die Gebäude sind alle sehr alt, eine Renovierung wäre also dringend nötig. Eine Vergrößerung der Räume würde allerdings wegen des felsigen Geländes enorm teuer werden. Wir wissen zur Zeit gar nicht, wo wir anfangen sollen: Die Dächer sind undicht, Termiten zerfressen die Bücher in unseren Regalen. Die Studierenden zahlen 55 Ghana Cedis (= 31 Euro) im Jahr Schulgebühren, zusätzlich 12 Cedis (= 9 Euro)für die Nutzung der Computer. Das ist für jede und jeden Einzelnen sehr viel, um den Betrieb aufrecht zu erhalten jedoch zu wenig. Trotzdem gibt es auch immer wieder Positives zu berichten. So haben wir es geschafft, eine kleine Gesundheitsstation im College einzurichten. Darüber sind wir sehr froh."

© Norddeutsche Mission 2009