Viele Gegenden in Togo sind arm, den Menschen fehlt es an vielem, es bedarf umfassender Entwicklung. Daher berät die Evangelische Kirche von Togo (EEPT) von ihrem Zentrum in Notsé aus die Dorfbevölkerung in drei Regionen.
Etwa 100 Kilometer nördlich von Lomé, der Hauptstadt Togos, liegt Notsé. Hier läuft seit langem – auch mit Unterstützung des Evangelischen Entwicklungsdienstes – ein landwirtschaftliches Beratungsprogramm, seit 2003 mit neuem Konzept und neuem Namen. „Centre Protestant pour le développement durable, Evangelisches Zentrum für nachhaltige Entwicklung - aber das sagt kein Mensch", lacht Donata Etsi. „Wir benutzen die Abkürzung CEPRODED."
Die togoische Entwicklungssoziologin ist seit November 2007 Leiterin des Zentrums. „Wir sind in drei der sechs kirchlichen Regionen vertreten", erklärt sie. „In der Region um Lomé, um Notsé und um Atakpamé. In den drei anderen macht COPFEDES, die Frauenorganisation der Kirche, eine ganz ähnliche Arbeit. Pro Region arbeiten wir mit acht Dörfern zusammen, also insgesamt mit 24. Der Schwerpunkt liegt auf der Armutsbekämpfung. Gerade in dieser Gegend haben viele Familien den Anbau von Baumwolle aufgeben müssen, da der Weltmarktpreis zu niedrig war. Jetzt leben sie unter sehr schwierigen Bedingungen."
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln gemeinsam mit der Dorfbevölkerung Alternativen, starten Einkommen schaffende Projekte, bieten Ausbildungen an. Hygiene und Gesundheit ist ein weiteres Feld: je nach Bedarf werden Brunnen, Latrinen oder Duschen gebaut. Die Natur zu bewahren, ist ein anderes wichtiges Anliegen des Zentrums. Wiederaufforstungsprojekte mit Teak oder Eukalyptus und Baumschulen sind stark nachgefragt. Neben dem Naturschutz bedeutet das gleichzeitig auch eine Einkommensquelle, denn das Holz kann nach einiger Zeit verkauft werden.
„Unser Konzept sieht vor, dass wir den Menschen in den Dörfern nichts vorsetzen, sondern gemeinsam mit ihnen ihre eigene jeweilige Prioritätenliste erarbeiten", erzählt Donata Etsi.
„Und die kann in jedem Dorf anders aussehen. An der Grenze zu Benin zum Beispiel ist der Kinderhandel ein großes Problem. Da wünscht sich die Bevölkerung, dass wir zusammen eine Informationskampagne für Eltern und Kinder entwickeln. In anderen Gegenden gibt es Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen wie Ewe, Adja, Akposso und Kabye. Da ist Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktlösung das Thema. Wieder andere Dörfer schließlich wollen vor allem Alphabetisierungsprogramme. Sie wollen lesen, schreiben und rechnen lernen."
Wichtig ist der Leiterin des Zentrums, dass alle in den Dörfern etwas von dem Beratungsprogramm haben: die Männer, die Frauen, die Kinder, die Alten. Und dass sie lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Hinzu kommt, dass in jedem Dorf, das an dem Programm teilnimmt, ein Komitee gewählt wird, das Entscheidungen trifft und den Fortgang der Arbeit eng begleitet. „Das übt demokratisches Verhalten und aktive Beteiligung ein", meint Donata Etsi. „Und das können wir gut gebrauchen – in der Politik und in der Kirche."
© Norddeutsche Mission 2008