Bildungszentrum in Atakpamé / Togo (MP 1104)

In Atakpamé werden Katechisten (Diakone) und Pastoren ausgebildet.

Für jede Kirche ist es wichtig, sich um eine gute Aus- und Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kümmern. Bei der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) geschieht dies unter einem Dach. So bleiben Berufsanfänger und langjährige Mitarbeitende in gutem Kontakt.

Über den Dächern der Stadt Atakpamé liegt das Evangelische Ausbildungszentrum der EEPT. Das weitläufige Gelände liegt auf einem Hügel, von dem man einen schönen Blick auf den Ort und die Umgebung hat. „Das verleiht vielleicht auch unseren Gedanken Flügel", sagt Direktor Emmanuel Ayedze verschmitzt. „Nein, aber im Ernst: natürlich kann man in einer schönen Umgebung besser denken. Unser Außengelände wird gern dafür genutzt, spazieren zu gehen, den Kopf frei zu bekommen oder in einer Kleingruppe weiter zu diskutieren."

Während früher das Zentrum ausschließlich der Ausbildung von Katechisten (Diakonen) diente, sind heute zwei weitere Bereiche dazu gekommen: die Fortbildung für Pastoren und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EEPT sowie das Theologie-Studium. „Trotzdem vernachlässigen wir nicht unsere Anfänge", erzählt Pastor Ayedze. „Augenblicklich werden bei uns 27 Männer und Frauen zu Katechisten ausgebildet. Wir wechseln Praxis und Theorie ab. Das heißt, die Teilnehmenden kommen alle zwei Monate für zwei Monate zu uns, zwischen den Ausbildungsblöcken sind sie in den Gemeinden."

Der zweite Arbeitsbereich umfasst die Fortbildung. Die Leitung des Zentrums ist sehr flexibel und bietet Kurse nach Bedarf und dem Interesse an speziellen Lerninhalten an. „Von unseren kirchlichen Mitarbeitern wird viel verlangt", meint der Direktor. „Die meisten arbeiten auf dem Land. Sie sollen und wollen sich zusätzlich zu ihren theologischen und seelsorgerlichen Aufgaben auch bei der Armutsbekämpfung und Ausbildung der Menschen engagieren. Das verlangt eine besondere Fortbildung. So bieten wir neuerdings Kurse wie ‚Führungskompetenzen und Entwicklung’ an, aber auch Kontextuelle Theologie."

Und schließlich ist die Einrichtung zu einem Standort der UPAO, Université Protestante de l’Afrique de l’Ouest, der Evangelischen Universität von Westafrika, geworden. Drei Jahre dauert hier das Theologie-Studium. Für die Lehre sind sechs Dozenten zuständig, die unter anderem Griechisch, Hebräisch, Neues und Altes Testament, Systematische und Kontextuelle Theologie sowie Seelsorge unterrichten. Hinzu kommen Veranstaltungen von Gast-Dozenten, die sich mit Friedens- und Menschenrechtsarbeit und der gewaltfreien Lösung von Konflikten beschäftigen.

Ein Problem stellen die Studiengebühren dar. „Wir haben leider nicht genügend Stipendien zu vergeben ", bedauert Emmanuel Ayedze. „Das wird dann für einige Studierende richtig hart. Aber wir haben ja auch unsere Ausgaben und können nicht auf die Beiträge verzichten." Ein weiteres Problem ist die Ausstattung der Bibliothek. Viele Bücher sind in keinem guten Zustand mehr, insgesamt ist die Anzahl zu gering. „Ich möchte die zukünftigen Pastorinnen und Pastoren so gern auf ihre Arbeit gut vorbereiten", betont der Leiter des Zentrums, „Aber ohne ausreichende Literatur wird das schwierig."

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