Kindergottesdienst in Togo (MP 1108)

Die Kinder werden je nach Alter in verschiedene Gruppen aufgeteilt.

In den Gemeinden in Togo besuchen jeden Sonntag hunderte von Kindern den Kindergottesdienst. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo versucht daher, bereits hier eine gute Basis für eine starke Kirche zu legen.

Pastor Folly schaut sich etwas traurig in seinem Büro um. Es ist sehr einfach eingerichtet, die Tische sind kaputt, es gibt keine Computer, einem Schrank fehlt die Tür. „Dafür ist nicht genug Geld da", sagt er. „Aber glücklicherweise ist das ja nicht der Kern meiner Arbeit. Ich habe es gut, ich schaue so oft in unzählige strahlende Kinderaugen. Da fühle ich mich richtig beschenkt." Kossi Folly leitet die Abteilung „Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht". Sein Büro ist bei der Kirchenleitung in Lomé angesiedelt.

Die Gestaltung der Kindergottesdienste in Togo stellt eine Herausforderung dar, da der Besuch ausgesprochen gut ist. Je nach Größe der Gemeinde kommen jeden Sonntag mehrere hundert Kinder zusammen. Im ganzen Land sind es über 35.000. „Wir teilen daher meistens vier verschiedene Altersgruppen ein", erzählt Pastor Folly. „Die ganz Kleinen sind 3 bis 5 Jahre alt, die Kleinen 6 bis 7 Jahre, die Mittleren 8 bis 9 Jahre und die Großen 10 bis 14 Jahre. Je nach Gruppengröße und räumlichen Möglichkeiten der Gemeinde werden allerdings auch Gruppen zusammen gelegt oder man trifft sich im Freien unter einem Baum."

Die Inhalte sind dem jeweiligen Alter angepasst. Bei den Jüngeren werden Botschaften aus der Bibel eher spielerisch vermittelt, und Musik, Tanz und Theater spielen auch eine Rolle. „Für uns ist es außerdem wichtig, dass die Kinder bestimmte Dinge lernen, die auch beim Gottesdienst für die Erwachsenen wichtig sind", erklärt Kossi Folly. „Wir beten am Anfang und am Ende zusammen, und alle lernen die Kollekte kennen. In der Gruppe der Großen fangen wir mit dem Konfirmandenunterricht an, das ist praktisch ein fließender Übergang."

Die Kindergottesdienstmitarbeiterinnen und –mitarbeiter machen eine freiwillige Ausbildung und arbeiten dann ehrenamtlich in den Gemeinden. Die meisten sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Der Kindergottesdienstverantwortliche zeigt eine Liste: „ Zur Zeit arbeiten 605 Mädchen und Jungen mit. Das variiert natürlich, da häufig die Schüler, die einen Abschluss gemacht haben, ihre Gemeinde verlassen, um woanders eine Berufsausbildung zu beginnen oder zu studieren. Auf jeden Fall könnten es gern mehr sein, manchmal sind es wirklich enorm viele Kinder, die betreut werden."

Mit der Ausbildung der Ehrenamtlichen ist Pastor Folly jedoch zurzeit etwas unzufrieden. Die Unterrichtsmaterialien wurden in nicht ausreichender Zahl gedruckt. Es fehlt das Geld für einen Nachdruck, und so wird mit Kopien gearbeitet, deren Qualität bei dem Klima schnell leidet. Der 53jährige bietet zusätzlich jeden Sommer Fortbildungscamps an. „Das kann ich allerdings nur in den Sommerferien machen, da die meisten ja Schüler sind", sagt er. „Immerhin schaffe ich es, alle zwei Jahre in jeder der sechs kirchlichen Regionen eine entsprechende Weiterbildung zu organisieren. Man merkt hier allerdings auch die wirtschaftliche Situation des Landes. Viele Jugendliche sind arbeitslos und können sich die Teilnahme nicht leisten. Insgesamt sinken die Zahlen der Anmeldungen. Das ist schade."

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