Die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Togo (EEPT) hat eine gute Infrastruktur. So können Jugendliche und junge Erwachsene im ganzen Land angesprochen werden.
Daniel Akotia ist Landesjugendpastor der EEPT. Und er ist es gern. „Ich bin erst Anfang 40 und fühle mich noch so jung, dass ich die Jugendlichen gut verstehen kann“, meint er. Die Begeisterung für das für ihn noch ziemlich neue Betätigungsfeld kann er gut gebrauchen, denn die Arbeit ist nicht einfach. So wartet auf ihn beim Sitz der Kirchenleitung in Lomé jeden Tag viel Organisations- und Verwaltungsarbeit. Er muss die gesamtkirchliche Jugendarbeit nach außen vertreten.
Gleichzeitig betreut Pastor Akotia die Jugendarbeit in allen sechs Kirchen- Regionen des Landes. „Dafür muss ich viel reisen“, erklärt er. „Schließlich muss ich mir ein Bild machen können von den Gemeinden, ihrer Zusammensetzung, ihrer Bedürfnisse, aber auch eventueller Konflikte. Das kann ich nicht vom Schreibtisch aus.“ Innerhalb der letzten zehn Monate hat er fünf Regionen besuchen können. Dort kommt er für alle erstmal mit der gleichen Botschaft. Er informiert die Gemeinden über die Rechte und Pflichten der Jugendlichen und erläutert den Aufbau der Jugendstrukturen innerhalb der Gemeinden, Distrikte und Regionen. „Ich zeige, wie man einen Plan für das ganze Jahr machen kann“, erzählt Akotia weiter. „Auch wieder auf allen drei Ebenen: Gemeinde, Distrikt und Region. Ich nehme mir jedes Mal viel Zeit für die Diskussion mit den Jugendlichen. Was sind ihre Vorstellungen? Haben sie Vorschläge, wie sie besser repräsentiert sein können? Wo gibt es Probleme?“
Und obwohl er mit dem gleichen Inhalt überall hingeht, kommt der Jugendpastor mit unterschiedlichen Fragen, Antworten und Problemen zurück nach Lomé. Es ist ein Unterschied, ob er Gemeinden im Norden oder Süden Togos besucht hat, Gemeinden in der Stadt oder auf dem Land. Jede Situation bedeutet für die Jugendlichen andere Voraussetzungen, andere Wunschvorstellungen.
Zusätzlich zu seinen Besuchen und intensiven Gesprächen lädt Daniel Akotia regelmäßig Jugendvertreter zu Fortbildungen ein. Darüber hinaus organisiert er Workcamps. „Großartig sind natürlich Möglichkeiten, sich mit christlichen Jugendlichen aus anderen Ländern treffen zu können. Das ist für unsere Jugendlichen, die aus finanziellen Gründen normalerweise kaum reisen können, ein einmaliges Erlebnis“, berichtet er. „ Es ist spannend zu hören, wie Gleichaltrige in einer anderen Kultur leben. Da gibt es große Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten.“ Noch jetzt schwärmten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Jugendworkcamp der Norddeutschen Mission. Das Thema lautete „Visionen der Zukunft in der globalisierten Welt“. Im gleichen Jahr, 2010, hätte die EEPT das Glück gehabt, Gastgeber für eine Begegnung mit Schweizer Jugendlichen zu sein. Gemeinsam habe man Kies für den Bau einer kleinen Kirche gesammelt und in einem Aufforstungsprojekt gearbeitet. Pastor Akotia ist sich sicher:„Wenn man gemeinsam arbeitet, ergibt sich eine ganz andere Beziehung. Die gegenseitigen Vorurteile werden widerlegt. Aus Fremden werden Freunde.“
© Norddeutsche Mission 2012