Die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Togo (EEPT) hat eine gute Infrastruktur. So werden Jugendliche und junge Erwachsene im ganzen Land erreicht und eingeladen, sich zu engagieren.
„Jugendarbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert", sagt Jean Tamedzo. „Es gibt ja bei uns nicht diese Struktur der Vereine wie in Deutschland. Hier deckt die kirchliche Jugendarbeit das gesamte Freizeitspektrum der jungen Menschen ab. Und ihr Bedürfnis, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, sich auszutauschen, über Probleme zu sprechen." Der 52jährige ist seit September 2006 Jugendpastor der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo. „Ich habe hier bei der Kirchenleitung in Lomé ein Büro, das der Koordination für das ganze Land dient. Gleichzeitig bin ich aber auch noch als Pastor für eine Gemeinde zuständig. Das geht bei uns leider nicht anders."
In jeder der sechs Regionen der EEPT sowie in den Distrikten (Kirchenkreisen) und Gemeinden ist ein ehrenamtlicher Mitarbeiter für die Jugendarbeit verantwortlich. „Da versuchen wir natürlich, gute, motivierte Leute zu finden", erzählt Jean Tamedzo. „Häufig sind das Lehrer, die eben auch das Interesse haben, mit jungen Leuten zu arbeiten. Einmal im Jahr treffe ich mich mit allen Verantwortlichen aus den Regionen. Dann planen wir das kommende Jahr, entwickeln ein Thema, erarbeiten Ideen für Workshops und Seminare. Im letzten Jahr hatten wir das Thema der Synode aufgegriffen „Du bist Botschafter der Versöhnung" und schwerpunktmäßig Angebote zu Frieden und Gewaltfreiheit gemacht. Regelmäßig veranstalten wir Aufforstungs-Workcamps. Auch dort wird nach der praktischen Arbeit thematisch gearbeitet. Häufig greifen wir die HIV-/Aids-Problematik auf. Das ist bei jungen Leuten ganz besonders wichtig."
Finanziell bedarf es auch der genauen Planung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sehr wenig Geld, können kaum etwas beitragen. Der Jugendpastor erwartet, dass die Regionen pro entsandter Person 2000 FCFA ( = 3 Euro) beisteuern, doch selbst das ist häufig schwierig. „Aber es lohnt sich, in die Jugend Zeit und Geld zu investieren", meint Jean Tamedzo. "Sie ist doch unsere Zukunft. Und sie hat so tolle Ideen." Begeistert erzählt er vom ersten Sonntag im März, dem Tag der Jugend der EEPT. Anlässlich dieses Tages organisiert jede Gemeinde in ganz Togo für mindestens eine Woche ein Programm: Vorträge, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Sportveranstaltungen wie Fußball- oder Basketball-Turniere, ein Umwelt-Tag mit gemeinsamem Müll-Sammeln, ein Picknick, ein Jahrmarkt. Auch der Gottesdienst, der in diese Woche fällt, wird von der Jugend der jeweiligen Gemeinde gestaltet.
„Trotzdem…", der Jugendpastor ist nachdenklich geworden, „Die kirchliche Jugendarbeit steht vor neuen Herausforderungen. Die jungen Menschen haben mehr Möglichkeiten, zumindest in den Städten. Es gibt Video-Clubs, Internet-Cafés. Dafür hat die Kirche nicht genug Geld. Wir müssen uns daher immer wieder auf unsere Stärken besinnen und diese auch deutlich machen. Wir haben viel anzubieten, was es im Internet nicht gibt."
© Norddeutsche Mission 2008