Gesundheitsstation in Kativou / Togo (MP 1212)

Koffi Agbenu ist seit 2006 in Kativou.

Die Evangelische Kirche von Togo betreibt mehrere Gesundheitsstationen im ganzen Land. Gerade in abgelegenen Gegenden bieten diese oft die einzige Chance für eine medizinische Behandlung.

Der Ort Kativou liegt im Südosten Togos, direkt an der Grenze zu Benin. Die Fahrtzeit zur nächsten Stadt, Notsé, beträgt etwa drei Stunden, da es hier keine Straßen, sondern nur Sandpisten gibt. An diesem abgeschnitten wirkenden Ort betreibt die EEPT eine Gesundheitsstation. Ihr Leiter ist Koffi Agbenu. „Ich bin seit 2006 hier“, erzählt der 42jährige Krankenpfleger. „Es war keine leichte Entscheidung, nach Kativou zu kommen. Im ganzen Ort gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Aber mittlerweile haben wir uns – meine Frau, unsere drei Kinder und  ich – eingelebt. Hier wird man eben auch wirklich gebraucht, es gibt kein Krankenhaus mit medizinischen Geräten, hier kommt es auf das Basiswissen an.“

In der Gesundheitsstation arbeiten neben dem Krankenpfleger eine Hebamme, eine Krankenschwester und ein pharmazeutisch-technischer Assistent. „Wir sind kurativ und präventiv, also behandelnd und vorbeugend, tätig. Das ist uns ganz wichtig“, meint der Leiter. „So kümmern wir uns um Geburtsvorbereitung, assistieren bei den Geburten, impfen die Babys und Kleinkinder und kontrollieren ihr Wachstum und ihre Ernährung. Wenn da etwas nicht stimmt, können wir schnell eingreifen und die Mütter entsprechend beraten.“

Im Durchschnitt kommen etwa 65 Kranke im Monat in die Station, um sich behandeln zu lassen. Malaria, Anämie (Blutarmut), Rheuma und von Parasiten hervorgerufene Beschwerden sind die häufigsten Krankheiten. Auch kleine chirurgische Eingriffe können vorgenommen werden. „Außerdem haben wir ein paar Betten, falls ein stationärer Aufenthalt nötig ist. Schwerere Fälle überweisen wir aber in Krankenhäuser“, berichtet Agbenu. „Wir gehen damit sehr verantwortlich um und kennen die Grenzen unserer Behandlungsmöglichkeiten. Zum Teil fehlt es uns einfach auch an den richtigen Medikamenten. Unsere Apotheke ist nicht sehr üppig ausgestattet, alles muss aus Lomé hierher geschafft werden.“

Die Finanzierung der Gesundheitsstation ist nicht immer einfach. Eine Malaria-Behandlung kostet 1000 FCFA, eine Geburt 2000 FCFA. Das sind etwa 1,50 Euro und drei Euro. „Aber mehr können wir von unseren Patienten nicht verlangen, mehr haben sie nicht“, erklärt der Krankenpfleger. „Die Gegend hier ist sehr trocken, die meisten Menschen bauen nur ein wenig Baumwolle, Erdnüsse, Mais oder Bohnen an. Damit kann man gerade so überleben. Glücklicherweise bezahlt der Staat wenigstens die Impfungen.“

Koffi Agbenu hat es sehr klar. Er will nicht weg aus Kativou, er will an der Seite der Leidenden bleiben, sagt er. Jede noch so kleine Hilfe bis hin zur Rettung eines Lebens bei einer schwierigen Geburt sei es wert. Aber er hofft auf Unterstützung. Er braucht finanzielle Hilfe für den Kauf von Medikamenten und um den Generator laufen zu lassen. Auch das Labor funktioniert zur Zeit nicht. „Und wir haben keine Transportmöglichkeit, um schwer Kranke ins nächste Krankenhaus zu bringen“, seufzt er. „Sollen wir Menschen mit Schmerzen auf ein Motorrad setzen und sie über Sandpisten schaukeln?“

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