Besonders in den ländlichen Gebieten Afrikas ist die Versorgung von Kranken nicht einfach. Die Evangelical Presbyterian Church in Ghana unterhält daher bewusst einige Gesundheitsstationen in Gegenden, in denen die Menschen sonst keine Möglichkeit haben, behandelt zu werden.
Lovegrace Ansah ist Krankenschwester mit Leib und Seele: „ Für mich ist es wichtig, Menschen zu helfen, ihnen Schmerzen zu nehmen, ihre Krankheiten zu heilen." Gemeinsam mit der Hebamme Rose Alormenu und fünf weiteren Angestellten betreibt sie die Gesundheitsstation in Dzemeni. Hier gibt es viel zu tun. Dzemeni liegt direkt am Volta-See, nicht weit von der Straße, die von Hohoe nach Peki führt. Es ist ein sehr lebendiger Ort mit einem der größten Märkte des Seeufers. Dadurch hat die Klinik, wie in Ghana eine Gesundheitsstation ohne Arzt genannt wird, neben der ansässigen Bevölkerung zahlreiche Marktbesucher als Patienten.
„Viele Leute kommen mit Malaria, Durchfall oder Bluthochdruck zu uns", erzählt Lovegrace Ansah. „Dazu haben wir auch immer wieder kleine chirurgische Fälle." Allerdings ist die Behandlung der Marktbesucher zu einem Problem geworden. Bis 2009 stand dafür eine Hütte direkt am Markt zur Verfügung. Doch nach heftigen Regenfällen in der Sahel-Zone musste man in Burkina Faso, dem nördlich an Ghana angrenzenden Land, die Dämme öffnen, damit sie nicht brachen. Als Folge stieg das Wasser im Volta-Stausee so stark an, dass es zu Überschwemmungen kam. Die Hütte wurde in einem Maße zerstört, dass nur noch ein kompletter Abriss möglich war. Jetzt werden kranke Marktbesucher unter einem Baum behandelt.
Bei den Dorfbewohnern geht es den Mitarbeiterinnen der Klinik besonders um Prophylaxe. „Wir impfen die Kleinkinder und wiegen sie regelmäßig, um frühzeitig Fehlernährung feststellen zu können. Wir machen Hausbesuche und reden mit den Menschen über Hygiene und Familienplanung." Mit der Betreuung der schwangeren Frauen ist Rose Alormenu allerdings noch nicht zufrieden: „Sie kommen oft zu spät und zu selten zu Vorsorgeuntersuchungen. Die meisten meinen, es reiche, uns einmal während der gesamten Schwangerschaft aufzusuchen. Dabei ist es wichtig, mögliche Komplikationen, die bei der Geburt auftreten können, frühzeitig zu erkennen. Schließlich ist das nächste Krankenhaus in Peki, das ist 20 Kilometer entfernt!"
In der Klinik werden pro Tag zwölf bis fünfzehn Patienten behandelt, an Markttagen sind es ungleich mehr. Pro Monat hilft die Hebamme bei durchschnittlich 15 bis 20 Geburten. Die Preise für die Konsultationen sind moderat: 8 Cedis (4 Euro 50) kostet eine Malaria-Behandlung, die Betreuung bei der Geburt ist kostenlos. Auch die Preise für Medikamente werden niedrig gehalten, damit die Patienten sie sich leisten können. Zusätzlich zu der Arbeit vor Ort besuchen die Mitarbeiterinnen der Klinik regelmäßig sechs Dörfer im Umkreis von Dzemeni. „Das machen wir alles zu Fuß", seufzen die beiden Frauen. „Unsere Patienten können die Kosten für ein Sammeltaxi nicht bezahlen. Dabei würde es uns schon helfen, wenn wir ein Fahrrad hätten." Und das ist nicht das einzige Problem, das die Klinik hat. Es gibt keine Unterkünfte für die Mitarbeiterinnen. Nur die Hebamme ist versorgt, allerdings ist das Dach undicht, und es fehlen Möbel. Die Klinik hat zwar Strom, aber kein Trinkwasser. Das muss man aus einem Dorf holen, das drei Kilometer entfernt ist.
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