Gesundheitsstation in Dambai / Ghana (MP 1512)

Zur Gesundheitsstation gehört auch ein Mutter-Kind-Programm, in dem junge Mütter in Gesundheits- und Ernährungsfragen beraten werden.

Auf dem Land ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Ghana ein großes Problem. Die Evangelical Presbyterian Church unterhält daher mehrere Gesundheitsstationen, so auch eine in Dambai am Nordufer des Volta-Sees.

Die Leiterin der Dan Moser Clinic, Elisabeth Attippoe, macht gerade eine Fortbildung und ist daher verreist. Hebamme Comfort Agbenyefia übernimmt aber stellvertretend sehr gern die Führung durchs Haus. „Wir freuen uns alle, hier arbeiten zu können“, erzählt sie strahlend. „Wie man sieht, ist die Klinik an einem schönen Ort gelegen, etwas abseits vom quirligen Marktzentrum, mit Blick über den Volta-Stausee. Dazu kommt das gute Betriebsklima und das Gefühl, hier wirklich helfen zu können.“Anfangs eine städtische „Klinik“, wie in Ghana die Gesundheitsstationen ohne Arzt genannt werden, ist die Einrichtung schon vor vielen Jahren von der Evangelischen Kirche übernommen worden. „Wir sind die größte im Distrikt“, berichtet Comfort Agbenyefia stolz. „Wir haben zwischen 60 und 100 Patienten am Tag. Das ist eine Menge.“ Behandelt werden vor allem Malaria, Magen-Darm-Erkrankungen, Infektionen, Bluthochdruck und kleine chirurgische Probleme. „Außerdem haben wir eine ständig steigende Zahl von Unfallopfern als Patienten“, so die Hebamme. „Das ist die Folge davon, dass es viel mehr Motorräder gibt als noch vor wenigen Jahren.“ Dazu kommen die Betreuung von Geburten, etwa 150 im Jahr, aber auch die entsprechende Vor- und Nachsorge sowie Familienplanungsprogramme. Zusätzlich gehen drei Krankenschwestern regelmäßig in die umliegenden Dörfer, um die Menschen zu behandeln, die nicht den Weg in die Klinik finden. Diese Arbeit sei enorm wichtig, meint Comfort Agbenyefia. Neulich sei in einem Dorf ein Kind viel zu früh geboren und habe wie tot gewirkt. Während die Familie schon am Klagen war, habe die Krankenschwester das Baby gerubbelt, warm gehalten und es sofort wieder zur Mutter gebracht. Am nächsten Morgen sei alles in Ordnung gewesen.

„Schließlich spielt auch unser Labor eine wichtige Rolle“, berichtet die Hebamme. „Wir führen zum Beispiel Tuberkulose- und natürlich auch HIV-Tests durch. Wir machen immer zwei, um sicher zu sein. Sind die positiv, überweisen wir die Patienten umgehend an die Krankenhäuser in Nkwanta oder Worawora, wo sie medikamentös behandelt werden. Das gilt übrigens auch für andere Fälle. Wenn wir erkennen, dass wir ihnen nicht helfen können, rufen wir sofort ein Busch-Taxi, damit sie ins Krankenhaus kommen.“ Und sie erzählt eine Geschichte von einem Mann, der aus Ho nach Dambai gereist war und dort krank wurde. Er fühlte sich schwach und dachte an einen der hier üblichen Malaria-Anfälle. Das Klinik-Personal bestand jedoch auf einen Labor-Test und fand heraus, dass der Mann an Hepatitis erkrankt war. Er wurde sofort in das Krankenhaus von Nkwanta gebracht und überlebte.

Zum Personal der Gesundheitsstation gehört neben Krankenschwestern und -pflegern, Hebammen und Gesundheitsassistenten auch Emmanuel Mensah, ein Verwaltungsangestellter, der für den Kontakt mit der Krankenkasse zuständig ist. „Inzwischen sind in Ghana die meisten Menschen versichert“, erklärt er. „Aber die Versicherung zahlt oft sehr spät, zum Teil erst sechs Monate nach der Behandlung. Dann müssen wir immer in Vorleistung gehen. Außerdem haben wir auch ab und zu Patienten, die nicht versichert sind. Wir behandeln sie aber trotzdem, weil wir uns als christliche Klinik verstehen.“

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterFür dieses Programm spenden

Leitet Herunterladen der Datei einDiese Seite als pdf-Datei herunterladen


© Norddeutsche Mission 2015