Frauenprogramm in Togo (MP 1111)

Die Frauen organisieren sich in Gruppen, die sich auch mit dem Thema Gesundheit beschäftigen.

Die Arbeit mit Frauen und Kindern ist seit langem ein Schwerpunkt bei der Evangelischen Kirche von Togo. Dabei werden auch immer wieder neue Themen angesprochen, die der Entwicklung in der Gesellschaft Rechnung tragen.

„Die meisten Menschen, die in Europa über Krankheiten in Afrika nachdenken, haben vermutlich Malaria und andere, eben nur in den Tropen auftretende Krankheiten im Kopf", meint Bertille Maditoma. „Die wenigsten wissen, dass es bei uns auch Krebs gibt. Und zwar zunehmend. Immer mehr Menschen leiden an dieser tödlichen Krankheit."

Die Pastorin leitet seit längerem die Abteilung „Frauen und Kinder" der Evangelischen Kirche von Togo. Zuvor hat sie einige Jahre an der Missionsakademie in Hamburg studiert: „Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich so sehr bei diesem Thema engagiere. In Deutschland wird viel über Krebs gesprochen. Das hat mich sehr beeindruckt. Vorher habe ich auch gar nicht gewusst, dass es so viele verschiedene Arten Krebs gibt."

Nun versucht Bertille Maditoma, die Menschen in Togo wach zu rütteln. „Das ist nicht so einfach, weil es ja vor allem um Vorsorge und Früherkennung geht. Da kann man nicht erst zum Arzt gehen, wenn etwas weh tut", sagt sie kopfschüttelnd. „Aber ich bin hartnäckig."

Die Frauenreferentin nutzt die vorhandenen Strukturen innerhalb der Kirche, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Sie hat ein Programm entwickelt, das die Problematik des Brust- und des Gebärmutterhals-Krebses umfasst. In einem ersten Schritt wurden Plakate und Informationsbroschüren erstellt und in allen sechs kirchlichen Regionen verteilt. „Dann haben wir Fortbildungen für medizinisches Personal organisiert", berichtet Bertille Maditoma. „Und in einem dritten Schritt gab es in insgesamt 89 Gemeinden Veranstaltungen zu dem Thema, Diskussionen ebenso wie Rollenspiele. Diese Form spricht bei uns viele Menschen an."

Mittlerweile ist das Thema den Frauen nicht mehr so fremd. Manche Gemeinden bieten sogar eine Einführung für die Selbstuntersuchung der Brust an. In Zweifelsfällen muss sich allerdings eine medizinische Früherkennung anschließen, die nicht kostenlos ist. Daher hat die Kirche einigen Frauen eine finanzielle Unterstützung gewährt. Aber der Bedarf ist natürlich bei weitem größer.

„Krebs ist das neue Thema, mit dem wir uns im Frauen- und Kinder-Referat auseinandersetzen", erzählt Pastorin Maditoma, „Ein zweites ist Sexualkunde." Nach einer gemeinsamen Frauen-Konsultation mit Delegierten aus Ghana und Deutschland entstanden Materialien zur Aufklärung von Kindern und Jugendlichen. Diese wurden übersetzt und den Pastoren, Katechisten (Diakonen) und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Doch beim Papier bleibt es nicht. „Wir haben bereits jeweils dreitägige Fortbildungen für insgesamt 90 Teilnehmende organisiert, das sind 15 in jeder der sechs kirchlichen Regionen", erläutert die Frauen-Referentin. „Das Thema ist ja nicht so einfach. Aber es ist so wichtig. Nur durch frühzeitige Aufklärung kann man ungewollte Schwangerschaften, Ansteckung mit dem HI-Virus und sexuellen Missbrauch verhindern. Das alles gehört für mich zur Würde des Menschen. Daher ist das auch ein Thema für die Kirche."

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