Frauenprogramm / Ghana (MP 0902)

Frauen sind in der E.P. Church die treibende Kraft, wenn es um Engagement und Fragen von Entwicklung geht.

Frauenarbeit in der E.P.Church bedeutet nicht nur die Unterstützung der vielfältigen Frauengruppen und -bibelkreise. Sie bedeutet auch die Behandlung von frauenspezifischen Themen und die Vermittlung von Fähigkeiten zur Erhöhung des Familieneinkommens.Die Arbeit mit Frauen ist der Evangelischen Kirche in Ghana sehr wichtig.

Deswegen entschied die Kirchenleitung, dass die Stelle der Frauenreferentin nicht unbesetzt bleibt, während die Stelleninhaberin die Möglichkeit einer eineinhalbjährigen Weiterbildung in den USA wahrnimmt. Man beauftragte Roberta Dogue-Torsu, Schulpastorin am kirchlichen Mädchengymnasium in Ho, mit der Aufgabe. "Und auch mir persönlich ist dieser Bereich sehr wichtig", sagt sie. "Zwar hat sich in den letzten zehn Jahren einiges getan, Frauen werden weniger diskriminiert, es gibt Pastorinnen, Diakoninnen, Taxifahrerinnen, ja selbst Minenarbeiterinnen. Aber das heißt ja nicht, dass es nichts mehr zu tun gäbe."

Besonders auf dem Land suchen Frauen immer noch nach Möglichkeiten, das Familieneinkommen zu erhöhen. Daher unterstützt das Frauenprogramm in jedem der sieben Kirchenkreise einkommenschaffende Projekte. "Im West Volta Presbytery z.B. haben wir den Frauen gezeigt, wie sie Gari – das ist geröstetes grobes Kassawa-Mehl - herstellen können", erzählt die Pastorin. "Und vor allen Dingen, wie man es gut verpackt und mit einem Etikett versieht. Das verkauft sich besser als das lose Gari auf dem Markt." Projekte in den übrigen Kirchenkreisen sind die Palmpflanzung und Ölgewinnung, die Pilzzucht und die Hühnerhaltung. Neu ist die Ausbildung zur Haushaltshilfe. Die Frauen lernen zu kochen, den Haushalt unter gesundheitlichen und hygienischen Aspekten richtig zu führen und Kinder zu betreuen. Anschließend ist es leichter, eine Stelle zu finden, die besser bezahlt ist.

"Aber wir beschäftigen uns auch mit Themen, die das Leben von Frauen bestimmen." Roberta Dogue-Torsu ist eine ruhige, eher zurückhaltende Frau. Aber jetzt ist doch ihre innere Beteiligung zu hören:"Und das sind keine schönen Themen. Es geht um häusliche Gewalt, Kinderhandel und HIV/Aids. Und dazu schweigen wir als Kirche nicht!" Im Gegenteil : das Programm des Frauenreferats sieht Workshops zu diesen Themen in allen Kirchenkreisen vor. Mit Multiplikatorinnen, die dann ihrerseits die Inhalte in den Gemeinden weitergeben können.

Nach wie vor gibt es im Frauenreferat die Idee, ein Tagungszentrum zu gründen. Es soll den vielen Frauengruppen der Kirche offen stehen, könnte aber auch an Außenstehende für Seminare vermietet werden und damit eine willkommene Einnahmequelle sein. Die Frauen der E.P.Church sammeln regelmäßig für dieses Ziel, ein eigenes Konto sichert den Verwendungszweck."Aber das wird noch einige Zeit dauern." Pastorin Dogue-Torsu bleibt realistisch. "Wichtig ist zur Zeit, dass ich mit allen, ganz unterschiedlich ausgerichteten Frauengruppen regelmäßig über ihre Arbeit im Gespräch bin. Den Austausch untereinander zu gewährleisten - das ist auch meine Aufgabe." Wie schön, dass die E.P.Church Mitarbeiterinnen hat, die auch eine relativ kurze Vertretung von eineinhalb Jahren als wichtige und sehr ernst zu nehmende Aufgabe ansehen!

© Norddeutsche Mission 2008