Frauenprogramm / Ghana (MP 1205)

Frauengruppen in der E. P. Church, Ghana engagieren sich in vielfältiger Weise.

Die Evangelische Kirche in Ghana legt Wert darauf, dass die Frauenarbeit immer von einer besonders engagierten Pastorin geleitet wird. So soll sichergestellt sein, dass die wechselnden Herausforderungen bewältigt werden können.

„Ich bin schon lange Pastorin der E.P.Church.“, sagt Mabel Morny. „Ich habe in der Zeit viele Erfahrungen sammeln können und freue mich, dass ich diese jetzt noch einmal der Frauenarbeit zur Verfügung stellen kann.“ Diese Aufgabe hatte die Pastorin schon in den 1990 er Jahren; nach einer mehrjährigen Pause ist sie 2009 wieder zur Leiterin des Frauenreferats ernannt worden. „2001 habe ich sechs Monate eine Fortbildung in Nebraska/USA gemacht. Danach war ich Schulpastorin, anschließend in einer Gemeinde. So habe ich einen guten Einblick in verschiedene Lebenswelten bekommen“, führt die Pastorin weiter aus.

Jetzt, im Rahmen der Frauenarbeit, ist ihre Tätigkeit auch vielfältig. Ein Grundpfeiler sind Bibelarbeiten mit Frauen-Gruppen. Die Zahlen der Teilnehmerinnen sind hoch: insgesamt 500 in Kumasi, 400 in Tema, 150 in Ho. Ein weiterer Pfeiler der Arbeit ist die Planung, Organisation und Durchführung von Workshops und Seminaren. „Wir machen den Frauen Angebote, die sie in ihrem täglichen Leben voran bringen, zum Beispiel wie man bestimmte Produkte wie Seife und Kekse herstellt und vermarktet. Es ist eben immer noch so,“ Mabel Morny  lacht. „Afrikanische Frauen sind immer auch Marktfrauen. Auch wenn sie einen anderen Beruf haben. Es ist fast immer zusätzlich notwendig, etwas zu verkaufen, um das Familieneinkommen zu erhöhen.“

Aber auch Fortbildungen, die vor allem theoretische Teile enthalten, werden von der Frauenabteilung geplant. Wichtig sind die Informationsveranstaltungen über HIV/Aids, um Stigmatisierung aufgrund von falschen Informationen entgegen zu wirken. Wichtig sind auch die Kurse, in denen Gruppenleiterinnen ausgebildet werden. Nur mit Hilfe dieser Multiplikatorinnen gelingt es der Frauenarbeit, in allen Kirchenregionen des Landes vertreten zu sein.„Außerdem engagieren wir uns im sozialen Bereich“, erzählt die Frauenpastorin. „Wir kümmern uns um eine Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses in Accra. Wir haben dafür gesorgt, dass die Wände neu angestrichen und Teppiche und ein Kühlschrank gekauft wurden. Und wir besuchen regelmäßig die Patienten und bringen ihnen Essen und Kleidung. Viele haben niemanden aus der Familie, der sich verantwortlich fühlt.“

Insgesamt 55.000 Frauen sind in verschiedenen Gruppen und Chören der E.P.Church aktiv. Manchmal wüssten sie zu wenig voneinander, meint Mabel Morny. Daher sähe sie es auch als ihre Aufgabe an, für mehr Zusammenarbeit und einen stärkeren Zusammenhalt untereinander  zu sorgen. „Unsere Welt verändert sich, es ist viel im Fluss“, sagt die Pastorin. „Es gibt immer noch fürchterliche traditionelle  Riten, die gegen Frauen gerichtet sind, zum Beispiel gegen Witwen. Aber wir tun etwas dagegen. Und die jüngeren Frauen leben insgesamt gesehen anders als wir früher. Ich sehe es ja auch an meinen beiden Töchtern, die sind 30 und 28 Jahre alt. Sie sind freier, lebendiger, unabhängiger, nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Aber es ist gut, wenn bei solchen Umbrüchen die Kirche Orientierungshilfen geben kann.“

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterFür dieses Programm spenden


© Norddeutsche Mission 2012